Alter Strommast trägt jetzt ein Storchennest

Geschafft: Mit vereinten Kräften richteten Freunde und Nachbarn den Stochenmast auf.
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Geschafft: Mit vereinten Kräften richteten Freunde und Nachbarn den Stochenmast auf.

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27. März 2017, 12:28 Uhr

Als die Überlandleitungen, die durch die Moordörfer führten, unterirdisch verlegt wurden, überlegte Hannes Lohse nicht lange: Die alten, rund zwölf Meter langen Betonmasten müssten sich doch gut als Stamm für Storchennester eignen. Er durfte sich einen Mast abholen und machte sich an die Arbeit.

Wie ein Storchennest beschaffen sein muss, erfuhr er von Mitgliedern des Naturschutzbundes Nabu. Das Eisen-Untergestell von 1,20 Meter Durchmesser, auf dem das Nest befestigt wird, konnte der Tüftler selbst anfertigen. Er bog Rohre rund, malte das Gestell grasgrün an und setzte es auf den Mast. Aus Großenrade, Dithmarschen, besorgte er sich einen großen, aus frischen Eichenzweigen gewundenen Reisigring. „Eiche ist stabiler und hält länger als Weidenzweige“, weiß Hannes Lohse. Unter dem Reisigring befestigte er eine Unterlage aus Kükendraht, so kann das Nistmaterial nicht nach unten durchfallen.

Am Ende ihres Grundstücks, an einem Tannenwall, dort wo die Störwiesen anfangen, fanden Hannes Lohse und seine Lebensgefährtin Anna Rantowski eine ideale Einflugschneise für „ihre“ Störche. Beim Aufstellen des Mastes halfen Nachbarn und Freunde mit Radlader und Bagger. Ein tiefes Loch wurde gegraben. Zu hoch darf der Mast nicht sein, damit später ein Nabu-Mitarbeiter die Küken beringen und das Nest gegebenenfalls säubern kann. Nach anderthalb Stunden war es geschafft, der Mast stand – zwei Meter tief eingebuddelt und zehn Meter in die Höhe ragend. Das Richtfest wurde zünftig gefeiert. Doch noch war die Arbeit nicht getan. Frank Zyweck aus Vaale weiß, wie die ideale Auspolsterung des Nestes aussehen sollte. Mit einem Steiger fuhr er in die Höhe und legte in den Reisigring Lagen aus Stroh und Schreddermaterial.

Kaum war die Arbeit getan, als auch schon ein Storch heran flog, sich auf das Nest setzte und ausgiebig putzte. Jetzt wartet er auf eine Lebenspartnerin. Hannes Lohse und Anna Rantowski freuen sich schon auf den Storchennachwuchs. Hannes Lohse: „Das Futterangebot in der Umgebung ist groß. Im Moor am Breitenburger Moorkanal fressen sich die Störche satt.“

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