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Zwangsversteigerung : Altenheim und Reihenhaus zum Schnäppchenpreis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das ehemalige Altenheim in der Waldstraße 76 in Burg hat einen neuen Besitzer. Für 30 000 Euro erhält ein Bauunternehmer aus St. Michel den Zuschlag.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2014 | 08:07 Uhr

Mit 21 Anwesenden herrschte beim vierten Versuch, das ehemalige Burger Altenheim Christiansen in der Waldstraße 76 zu versteigern, reger Andrang am Meldorfer Amtsgericht. Neben dem Altenheim stand auch das ebenfalls im Zwang stehende Reihenmittehaus Michaelisweg 7 zur Versteigerung. Dort war es der zweite Termin. Beide Gebäude gehörten einst Edith Christiansen. Beim Altenheim betrieb die Iduna-Lebensversicherung die Zwangsversteigerung, beim Reihenmittelhaus die Uni-Credit-Bank. Beide Objekte gingen gestern unter Vorbehalt weg.

So verließen die Vertreter der Iduna und der Bank das Meldorfer Amtsgericht mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Ein Bauunternehmer aus St. Michel bot 30 000 Euro für das seit 2006 leer stehende ehemalige Altenheim, ein Ehepaar aus Wacken 42 500 Euro für das Reihenhaus.

In beiden Fällen will Rechtspfleger Lutz Evers noch mit dem jeweiligen Insolvenzverwalter Rücksprache halten, ob es von dessen Seite noch Bedenken gegen einen endgültigen Zuschlag gibt. Sonst erfolgt am 12. Februar der rechtskräftige Zuschlag.

Die Objekte wechselten weit unter ihrem Verkehrswert den Besitzer. Dieser lag beim Altenheim bei 210 000, beim Reihenmittelhaus bei 85 000 Euro. Da es bereits der vierte Versteigerungstermin beim Altenheim war, galt die 5/10-Grenze eines Ersttermins nicht mehr. Diese besagt, das der Zuschlag nur gewährt werden kann, wenn das Gebot mindestens die Hälfte des Verkehrswertes beträgt. Bei dem Reihenhaus dagegen galt diese Grenze, auch wenn es der zweite Termin war. Da im ersten Termin kein Gebot abgegeben wurde, galt die 5/10-Grenze auch noch beim zweiten Versteigerungstermin. Mit 42 500 Euro plazierte das Wackener Ehepaar sein Gebot exakt beim Mindestgebot.

Der künftige Eigentümer des ehemaligen Altenheims wollte nicht verraten, was er mit dem nach acht Jahren Leerstand überaus mitgenommenen Gebäude vor hat. Jemand ulkte „Burg fehle noch ein Bordell“. Das aber wird es wohl eher nicht werden. Unter den Zuschauern waren auch fünf Nachbarn, die sich dafür interessierten, wer die Gebäude erwirbt. Zudem saßen zwei Mitarbeiter des Amts Burg/St. Michaelisdonn mit im Saal. Die Verwaltung hat noch diverse Forderungen an Grundsteuern und Wassergeld an die bisherige Eignerin, die selbst nicht vor Gericht erschien.

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