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Itzehoer Forum : „Alte Technik in neuem Kleid“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Itzehoer Forum diskutiert über die Herausforderungen der Elektro-Mobilität.

von
erstellt am 30.Sep.2017 | 16:19 Uhr

„Lkw mit Stromabnehmer? Ich dachte, den gibt es schon und nennt sich Zug.“ Nicht frei von Selbstironie war Benjamin Wickert, als er am Donnerstagabend über Elektro-Mobilität vortrug. Der Siemens-Entwicklungschef für elektrifizierbare Straßen war einer von drei Referenten des Itzehoer Forums, zu dem der Versicherer jährlich einlädt.

Einmal mehr stand das Thema Verkehr im Fokus – mit dem Schwerpunkt Elektro-Mobilität. Als einer der größten Autoversicherer in Deutschland widmet die Itzehoer diesem Thema besondere Aufmerksamkeit. „Es gehört zu unseren Aufgaben, die wesentlichen Entwicklungen der Automobilindustrie zu verfolgen, um unsere Produkte dementsprechend anzupassen“, erklärte Vorstandsvorsitzender Uwe Ludka zu Beginn.

Von einer „alten Technik in einem neuen Kleid“, sprach Benjamin Wickert mit Blick auf die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs. Oberleitungen wird man bald nicht mehr nur über Schienen sehen, sondern auch auf Autobahnen. Spätestens ab dem Jahr 2019 wird es in Deutschland zwei Teststrecken für Oberleitungs-Lkw geben – eine davon auf der A  1 bei Lübeck in Schleswig-Holstein. Hybrid-Fahrzeuge werden, wenn immer möglich, stromangetrieben über Deutschlands Straßen fahren. Die Vorzüge liegen auf der Hand, sagte Wickert: „Es minimiert Emissionen und Betriebskosten. Der Wirkungsgrad ist höchst effizient, beinahe doppelt so hoch wie bei der Dieseltechnologie. Und wir stützen uns auf eine bewährte Technik.“ Zudem müsse man beim Schaffen der Voraussetzungen nur wenig in den laufenden Betrieb eingreifen. „Die größte Arbeit fällt abseits der Straße an, wenn man an das Aufstellen der Strommasten denkt“, so Wickert. Wenn der Wille der Politik vorhanden sei, werde es Prognosen zufolge bis zum Jahr 2020 bundesweit bis zu 2500 Kilometer Oberleitungsstraßen geben, bis 2050 rechne man mit bis zu 6000 Kilometern.

Susanne Vetter von Mercedes-Benz sprach im Anschluss noch als Vertreterin eines Automobilherstellers, machte aber deutlich: „Wenn wir in der Zukunft überleben wollen, müssen wir uns zu einem Mobilitätsanbieter entwickeln.“ Sie skizzierte die Herausforderungen für ihr Unternehmen mit Blick auf den Trend in Richtung Elektro-Auto. „Die Entwicklungen sind so rasant, dass wir Strukturen brauchen, die uns schneller darauf reagieren lassen“, so Vetter. Einen ersten Schritt gibt es beim Smart. Der wird ab 2020 ausschließlich mit Elektro-Antrieb angeboten.

Weiter ist der Weltmarktführer für Elektro-Motorräder, das US-amerikanische Unternehmen Zero Motorcycles. Ralf Czaplinski sprach zum Abschluss über die Vorzüge des strombetriebenen Zweirads.

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