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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 17:45 Uhr

Kultur : Alte Schule bittet zum letzten Tanz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach Abschlussparty räumt der Kulturverein in Wilster sein Domizil / Betrieb geht 2016 aber in wechselnden Lokalen und auf Sparflamme weiter

Auch ohne die Räume der Alten Schule macht der Kulturverein weiter – wenn auch zunächst einmal auf Sparflamme. Das ist der Tenor einer Mitgliederversammlung, wo zum Auftakt noch einmal Bilanz von einem Jahr „mit magischen Momenten“ gezogen wurde. Vorsitzender Anton Brade machte dabei aber auch deutlich, dass die Veranstaltungsreihe auf dem hohen Niveau nicht länger ehrenamtlich gestemmt werden könne. Nach „25 Wochen Tanz und Theater in der Wilstermarsch“ hatten die Akteure mit einem mehrwöchigen KulturImbiss noch einmal nachgelegt. Zu Silvester bittet der Verein nun ein letztes Mal zum Tanz in der Alten Schule. Am Wochenende soll die Kulturstätte geräumt werden. Der Gebäudekomplex ist an einen Investor verkauft worden, der dort senioren- und behindertengerechte Wohneinheiten errichten will.

„Das ist sehr bedauerlich. Wir waren gerade so weit, dass uns überall Türen geöffnet wurden“, meinte Anton Brade rückblickend. Seine Vorstandskollegen pflichteten dem bei. Carsten Döhler: „Die Räume der Alten Schule waren für uns maßgeschneidert.“ Laut Carmen Galba sollten in den einstigen Klassenzimmern Veranstaltungs- und Begegnungsräume, eine Küche und eine Dozentenwohnung eingerichtet werden. Weitere Räume hätte man an Vereine und Verbände vermieten können. Sie zeigte dann die von der Stadt angebotenen Alternativen auf. So könnte der Verein den leerstehenden Trichter am Colosseum mieten – mit einer kleinen Wohnung im Obergeschoss und einem Weinkeller im Gewölbe. Bei Veranstaltungen hätte man die Colo-Veranda mitnutzen können. Angeboten worden sei dem Verein auch das ehemalige Elektrizitätswerk der Stadtwerke, wo es allerdings erhebliche Altlasten gebe.

„Auch den Trichter zu bespielen, macht viel Arbeit“, gab Anton Brade zu bedenken und warf die Idee einer „aktiven Bedenkpause“ in die Runde. Alternativ könnte man auch Einzelveranstaltungen anbieten. „Das sehe ich aber auch noch nicht.“ „Wir sollten klein, aber fein weitermachen“, schlug der Brokdorfer Karsten Hinrichsen vor und nannte als Beispiel den Kremper Kulturbetrieb, der sich vorhandene gastronomische Einrichtungen zunutze mache. „Wir könnten ja ein Vereinslokal ausfindig machen“, regte er an. Die Vorteile: Der Kulturbetrieb könnte fortgesetzt werden. Gleichzeitig würde der Verein aber auch nicht mit hohen Investitionen belastet. Die Itzehoerin Gisela Wieneke empfahl einen Blick nach Kellinghusen. Die dortige Kulturinitiative „Klappstuhl“ treffe sich in einem leerstehenden Supermarkt.“

Weitere denkbare Variante: Der Kulturverein könnte in den Trichter als eine Art „Zentrale“ einziehen. Mit Veranstaltungen könnte man dann auch „auf Wanderschaft“ gehen. Unstrittig war unter Vorstand und Mitgliedern dabei aber: Der Kulturverein wechselt nicht in eine andere Gemeinde, sondern bleibt Wilster erhalten. Allerdings könnte man sich auch eine Einbeziehung von anderen Gemeinden in der Wilstermarsch vorstellen.

Verabredet wurde schließlich, dass man sich bis auf Weiteres alle vier Wochen zusammensetzen will. Willkommen sind dabei alle, die „einfach mal was machen wollen“. Parallel dazu könnte man ohne Druck ein Programm auf die Beine stellen und sich nach einer neuen Heimstätte umsehen. Das erste Treffen im neuen Jahr findet am Donnerstag, 28. Januar, um 19 Uhr in Stücker’s Gasthof statt. Dort sollen auch weitere Ideen diskutiert werden, die weiterhin über die Homepage www.AlteSchuleWilster.de gesammelt werden.

Nach dem eindeutigen Bekenntnis der Vereinsmitglieder blickte am Ende auch Anton Brade etwas zuversichtlicher in die Wilsteraner Kulturzukunft: „Was hier bisher passiert ist, war ganz großes Kino. Daran sollten wir anknüpfen und darauf aufbauen.“ Dabei erhofft er sich aber auch spürbar mehr Unterstützung aus den Reihen der Kommunalpolitik – wobei es ja auch nicht immer gleich um Zuschüsse gehe.

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erstellt am 28.Dez.2015 | 15:58 Uhr

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