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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 23:47 Uhr

Alte Flutmarke in neuem Glanz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 07.Okt.2015 | 16:37 Uhr

Wer durch Bahrenfleth fährt, sieht an der Einfahrt zum Grundstück Klein Bahrenfleth 6 ein rund drei Meter langes, frisch restauriertes Eichenschild. Es erinnert an die schwere Sturmflut von 1756, die in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein verheerende Schäden anrichtete und auch die Krempermarsch überschwemmte. Auf dem Holz ist die einstige Wasserlinie markiert. Darüber ist in zwei Zeilen zu lesen: „Im Jahre 1756, den 7. Okt., hat die hohe Wasserflut diese Höhe erreicht. Hoffentlich werden wir und unsere Nachkommen solches nicht wieder erleben.“

Dass die Flutmarke wieder hergerichtet wurde, ist dem Grundstückseigentümer Kurt Möller zu verdanken. Ursprünglich war der Spruch in einer Zeile auf etwa doppelt so langem Untergrund an der straßenseitigen Wand einer alten Scheune angebracht gewesen. Als das Gebäude vor rund 30 Jahren dem Neubau einer Werkhalle des Lohnunternehmers weichen musste, wurde die heutige Flutmarke mit demselben Wortlaut angefertigt. Doch im Lauf der Jahrzehnte verrotteten die beiden Pfosten, und das Eichenbrett zerbarst. Kurt Möller musste die Flutmarke abbauen.

Inzwischen hatten Bahrenflether Anwohner sich besorgt beim stellvertretenden Vorsitzenden des Heimatverbandes für den Kreis Steinburg, Herbert Frauen, nach dem Verbleib der Tafel erkundigt. Der informierte den Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Regional- und Kulturgeschichte im Heimatverband, Hermann Schwichtenberg, und dessen Nachfrage bei Kurt Möller offenbarte, dass er die Restaurierung bereits auf den Weg gebracht hatte. Die Holzteile der Tafel wurden sorgfältig zu einem ganzen Schild zusammengefügt und restauriert, der Schriftzug trat wieder deutlich lesbar hervor, und zwei neue Pfosten aus witterungsbeständigen Holzbohlen wurden beschafft, zurecht geschnitten und aufgestellt. Angesichts dieser Eigeninitiative beteiligte sich der Heimatverband an den Kosten. Schwichtenberg: „Die Restaurierung der sanierungswürdigen Flutmarke, die an die verheerenden Markusflut vom 7. Oktober 1756 erinnert, hält das Bewusstsein dafür lebendig, dass auch die Krempermarsch sturmflutgefährdetes Land ist.“ Im Übrigen habe Theodor Storm der Markusflut von 1756 mit der Novelle „Der Schimmelreiter“ ein literarisches Denkmal gesetzt.

Die beiden Vertreter des Heimatverbandes hoffen, dass auch die vor 30 Jahren demontierte einzeilige Flutmarke noch erhalten ist und vielleicht irgendwo gelagert wird. Wer darüber Auskunft geben kann oder auch eine Fotografie von der alten Flutmarke besitzt, wird gebeten, sich bei Schwichtenberg zu melden: 04821/892038.

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