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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 07:07 Uhr

Lesung : Alt-Bürgermeister schreibt Krimis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Siegfried Bersch schreibt nach dem Wechsel in den Ruhestand Krimis und Kurzgeschichten. Jetzt liest er im Kultur- und Bürgerhaus in Marne.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Erstmals las Altbürgermeister Siegfried Bersch im Kultur- und Bürgerhaus (KBH) aus einem seiner Krimis. „Die Frau im Dunkeln schwor sich, dass sie überleben und sich rächen würde. Sie würde überleben und aus diesem dunklen Verlies flüchten“, zitierte Bersch. Die Intonation seiner Stimme machte die Verzweiflung der Gefangenen deutlich.

Gebannt saßen rund 30 Zuhörer im Saal des KBH und lauschten den Ausführungen des Autors. Der 73-Jährige entführte die Anwesenden nach Italien, wo kriminelle Mafia-Banden sich einen erbitterten Kampf um Einfluss, Macht und Geld in Rom lieferten. In diesem Sumpf aus Bestechung und Verrat versuchen einzelne Personen unerschrocken dem Verbrechen entgegenzutreten. Zu ihnen gehört Turgisi, der als vorbestrafter Deutscher in die Rolle eines italienischen Landstreichers schlüpft, um der Polizei zu helfen. Doch die Kämpfe, die sich Mafia-Boss Cesare Merano mit seinen Kontrahenten liefert, sind von unvorstellbarer Grausamkeit. Und die Verräter sitzen überall. Wie die Kämpfe enden und ob die Frau jemals wieder das Tageslicht erblickt, ist als eBook nachzulesen.

„Zuerst habe ich nur so für mich geschrieben“, erklärt Bersch. Doch die Möglichkeit über einen Internetriesen seine Werke zu veröffentlichen, reizte ihn. Bereits während seiner zwölfjährigen Amtszeit als Marner Bürgermeister war Bersch kreativ tätig. „Die Tiffanyarbeiten haben mir einen entspannten Ausgleich zum Alltag geboten.“ Auch heute noch entstehen immer wieder die unterschiedlichsten Arbeiten.

Doch irgendwann nach seiner Pensionierung und der damit gewonnenen neuen Freizeit entwickelte sich das Gefühl, dass Schreiben für ihn spannender und unterhaltsamer sei als Lesen. „Wo sonst kann man seine Akteure Dinge tun lassen, die im täglichen Leben vielleicht nicht akzeptabel sind?“, sagt der Großvater augenzwinkernd, der sich in seiner Wahlheimat Winsen an der Luhe auch um seine siebenjährige Enkeltocher und die Familie kümmert.

Und zwischendurch entflieht er immer wieder in seine Fantasiewelt der Literatur. Dabei bewegt sich der Autor in den unterschiedlichsten Genres. „Doch all diese Werke kann ich ja nicht unter meinem richtigen Namen veröffentlichen. Schließlich war ich mal Bürgermeister und was sollen da die Leute von mir denken?“, fragt Bersch schmunzelnd, der unter dem Pseudonym „Sig Meuther“ seine Werke ausschließlich als eBooks veröffentlicht. „Meine Frau Margret ist für mich ein äußerst kritischer Lektor.“ Sie liest alle seine Werke vor der Veröffentlichung. „Und nach 40 Jahren Ehe können wir uns blind vertrauen. Sie ist für mich eine große Stütze“, bedankt sich der Autor, der mittlerweile sieben Romane und verschiedene Kurzgeschichten verfasst hat.

Mit seinem Krimi „Der Tote im Deich“ hat Bersch seiner Fantasie zur Deicherhöhung am Alten Hafen in Brunsbüttel freien Lauf gelassen. „Ich bin ja immer wieder mal in Dithmarschen, und da entstehen auch noch Ideen für meine Romane“, so Bersch. Zuletzt war er zum Stadtfest im Rahmen der Dithmarscher Kohltage in Marne und traf dort auch Wolf Eismann, der Berschs Nachfolge als Leiter des KBH vor drei Jahren übernommen hat. „Als er mir anbot, in einer Veranstaltung aus einem meiner Werke zu lesen, dachte ich erst, er will einfach nur nett sein“, so Bersch. Doch Eismann lies nicht locker und lud den Altbürgermeister in einem späteren Telefonat nochmals ein. „Ich habe Teile aus seinem Krimi „Die Frau im Dunkeln“ gelesen und war fasziniert von seiner Art zu schreiben“, bestätigt Eismann. Mittlerweile wurde der über 400 Seiten starke Krimi weit über 1000 Mal als eBook heruntergeladen und erhielt erstklassige Bewertungen. Auch das Marner Publikum lobte Bersch für sein Werk.

Anläßlich des fünfjährigen Bestehens des KBH werden bei jeder Veranstaltung in diesem Jahr Eintrittskarten für weitere KBH-Veranstaltungen sowie Teile aus dem Fundus der Sonderbarkeiten verlost. Zu den ersten Gewinnern in diesem Jahr zählt Hauke Vollmert aus Marne, der passend zum Themenabend einen goldenen Revolver gewonnen hat, der eigentlich eine Spardose ist.

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