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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 08:13 Uhr

auf ideensuche : Alsen: Ringen um Fördermittel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neue Ideen für Alsen-Industriebrache in Itzehoe werden entwickelt. Stadt braucht Einverständnis aus Kiel.

von
erstellt am 09.Jan.2014 | 11:45 Uhr

Die Pläne waren groß – inzwischen sind sie alle geplatzt: Seit der Bürgerentscheid im August die Pläne für das Alsen-Gelände gestoppt hat, tut sich nichts auf der Industriebrache. Der Abriss einiger Gebäude auf der städtischen Fläche steht zwar im Raum, weil sie so marode sind, dass eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich erscheint (wir berichteten). Doch bevor irgendetwas auf dem Areal passieren kann, muss erst einmal mit Kiel verhandelt werden. Denn das Gelände gehört zum Programm „Stadtumbau West“, das gekippte „Treibhaus“-Projekt sollte mit Städtebaufördermitteln unterstützt werden. Aber ohne konkretes Projekt fließt vorerst auch kein Geld. Die Stadt hat daher für 2014 bis 2018 keine Städtebaufördermittel beantragt.

„Wir hatten keinen Plan B für das Gelände“, sagt Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. „Es muss jetzt alles wieder von Grund auf erarbeitet werden.“ Noch im Januar solle es in Kiel ein Gespräch darüber geben, „was mit Alsen als Fördergebiet wird“. In der Verwaltung habe man sich darauf vorbereitet. „Wir haben anhand dessen, was wir hören und wissen, überlegt, was auf Alsen gehen könnte und was brauchbar wäre und ein paar Punkte gesammelt“, erklärt Koeppen. Es gebe sowohl Ideen in Richtung einer „Gewerbe-Variante“ als auch solche für eine Freizeit-Nutzung. Nun müsse man mit dem Innenministerium darüber reden – und zwar immer unter dem Blickwinkel: „Was wäre förderfähig?“ Die Ausgangslage sei schwierig, weiß Koeppen: „Wir sind der erste Fall, wo so etwas passiert ist. Wir betreten alle Neuland.“

Wenn man mit dem Ministerium gesprochen und „eine Linie“ habe, gehe man schnellstmöglich mit den Vorschlägen in die politischen Gremien. „Vorher hat es keinen Sinn – es nützt nichts, darüber zu diskutieren, ohne zu wissen, wie es vom Ministerium gesehen wird.“ In den Gremien müsse man sich dann „auf einen Weg einigen“, so Koeppen. „Vielleicht haben dann ja auch mal die Treibhaus-Gegner eine Idee. Bislang haben sie ja immer nur gesagt, was sie nicht wollen.“

Und wenn sich keine Nutzung findet, mit der sowohl die Stadt als auch Kiel leben kann? Die Frage, ob womöglich Gelder zurückgezahlt werden müssen, lasse „sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht im Ansatz beantworten“, betont Thomas Giebeler, Sprecher des Innenministeriums, auf Nachfrage. Bei dem Termin in Kiel handele es sich um ein Gespräch „auf Arbeitsebene“, bei dem die Fachleute der Städtebauförderung aus dem Innenministerium zunächst die konzeptionellen Überlegungen der Stadt erfahren wollen.

Wenig Neues tut sich derzeit auch auf der benachbarten Gewerbefläche, die der Hamburger Projekt GmbH gehört. Die Vermarktung sei beeinflusst gewesen durch die „Marktwirrungen“ im vorigen Jahr, sagt Jens Förster. Gerade durch die Pleiten von Praktiker und Max Bahr habe sich viel auf dem Immobiliensektor getan, so dass für die Alsen-Fläche gilt: „Es gibt ganz viele Außenkontakte, aber nichts Handfestes.“

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