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Norddeutsche Rundschau

26. September 2017 | 09:37 Uhr

Alsen-Debatte dreht sich im Kreis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 13.Jul.2017 | 05:00 Uhr

„Wir sind zu Recht in dem Gebäude.“ Manfred Oetting ließ als Vertreter von Planet Alsen keinen Zweifel an der Haltung des Vereins. Die Zuhörer: der Ausschuss für städtisches Leben.

Dieser hatte eigentlich auf Alsen tagen sollen, dann war die Sitzung nach Intervention des Bürgermeisters in das Rathaus verlegt worden (wir berichteten). Die Ausschussvorsitzende Eva Gruitrooy (Bündnis 90/Grüne) war seiner Bitte nachgekommen, wenn auch nicht gern, wie sie deutlich machte. Der Ausschuss habe selbst beschlossen, auf Alsen tagen zu wollen. Das allerdings vor langer Zeit, sagte Jürgen Stahmer (SPD). Inzwischen gebe es mit der Räumungsklage gegen den Verein ein schwebendes Verfahren. „Es gibt keinen zwingenden rechtlichen Grund, dort nicht zu tagen“, fand dagegen Marlies Witteck-Sachs (IBF). Und Bernd Wiggers (FDP) kritisierte: „Der Dialog soll kaputt gemacht werden.“

Vereinsvertreter Oetting nannte die Vorgänge „Psycho-Käse“ und wurde von der Ausschussvorsitzenden gebremst, als er sich in Rage redete. Eigentlich sollte er die Arbeit des Vereins vorstellen: „Es ist reges Leben auf dem Planeten“, dieser wecke viel Interesse bei Besuchern, laufend gebe es Veranstaltungen. Die Auflagen dafür müssten sein, unterstrich Holger Pump, Leiter des Amtes für Bürgerdienste: „Es werden alle Veranstaltungen in Itzehoe gleich behandelt.“ Da gab es auch keinen Dissens mit Oetting, der zudem betonte: Am guten Zustand der genutzten Gebäude, verglichen mit den Ruinen nebenan, sei die Arbeit des Vereins abzulesen.

Bei der Klage gehe es nicht um die Leistungen von Planet Alsen, sagte Stahmer, selbst Mitglied. Er hoffe auf eine Gerichtsentscheidung, nach der vernünftig weitergearbeitet werden könne. Oetting dagegen erklärte, warum der Verein den Pachtvertrag ohne Kündigungsrecht für die Stadt so ungern ändern wolle: Manche Politiker hätten eine „bedrohliche Einstellung zur Kultur“. Es brauche nicht ein Urteil, sondern eine Mediation, meinte Wiggers.

Ingrid Ebinal vom Kulturverein K9 verwies darauf, dass „ein paar hundert Unterschriften“ pro Alsen gesammelt worden seien: „Das zieht riesige Kreise.“ Der Verein selbst sei gelassen, so Oetting: „Wir haben keine Bange angesichts dessen, was wir geschaffen haben.“

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