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Studium: Die Krankenkasse : Als Student richtig versichert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Private oder gesetzliche Krankenkasse – eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen

Rund 11 000 Erstsemester werden in den diesen Wochen ihr Studium in Schleswig-Holstein aufnehmen – die meisten von ihnen kommen frisch von der Schule. Höchste Priorität hat für sie derzeit sicher die Wohnungssuche. Mindestens genauso wichtig ist jedoch die Antwort auf die Frage: Wie versichere ich mich richtig? Ohne den Nachweis einer Krankenversicherung wird in Deutschland nämlich niemand immatrikuliert.


Bei den Eltern mitversichert


Relativ einfach haben es Abiturienten, die bei ihren Eltern als Kinder in der gesetzlichen Krankenkasse mitversichert sind. Für sie ist die Angelegenheit mit der Bescheinigung der Kasse eines Elternteils erledigt – bis zum 25. Lebensjahr bleiben sie beitragsfrei in der Kasse der Eltern mitversichert. Nur wer neben dem Studium ein eigenes Einkommen von mehr als 450 Euro monatlich hat, muss sich selbst versichern wie jeder andere, der eigenes Geld verdient. Wer nur in den Semesterferien und nicht länger als zwei Monate im Jahr jobbt, darf sogar mehr verdienen. Auch Bafög oder Stipendien werden nicht auf die 450 Euro angerechnet.


Privaten Krankenkasse für Beamtenkinder


Alternativ können sich angehende Studenten von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen und privat versichern. Die Befreiung von der Versicherungspflicht ist nur innerhalb der ersten drei Monate nach der Einschreibung – beziehungsweise drei Monate nach Ende der Familienversicherung – möglich und ist unwiderruflich. Während des Studiums kann man also nicht mehr in die gesetzliche Versicherung wechseln. Dies gilt auch, wenn die Beiträge bei den Privatversicherern steigen.

Die Befreiung von der Versicherungspflicht kann vor allem für beihilfeberechtigte Beamtenkinder lukrativ sein. Denn sie benötigen nur einen „kleinen“ Privatvertrag für 20 Prozent der Behandlungskosten. Das gilt aber nicht ewig: Endet der Kindergeldanspruch, gibt es auch keine Beihilfe mehr. Dann muss der beitragsreduzierte Privatvertrag aufgestockt werden.

Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist für privat versicherte Studenten nur möglich, wenn sie nach Abschluss des Studiums von einem Arbeitgeber angestellt werden, unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdienen oder sich dort freiwillig versichern. Bekommen sie keinen Job, müssen sie die regulären Tarife für eine private Krankenversicherung zahlen. Und die liegen, wenn man älter wird,deutlich höher als bei gesetzlich Versicherten. Verbraucherschützer raten angehenden Studiosi deshalb meist davon ab, sich privat zu versichern.


In der studentischen Krankenkasse versichert


Die Alternative: Bislang privat versicherte Abiturienten nehmen die relativ günstige studentische gesetzliche Krankenversicherung in Anspruch. Dort sind sie dann bis zum Abschluss ihres 14. Fachsemesters oder bis zum Ende des Semesters, in dem sie 30 Jahre alt werden, versichert. Lediglich unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich diese Höchstdauer verlängern. Dazu gehören die Geburt und Betreuung eines Kindes, eine Behinderung oder eine längere Krankheit. Der Tarif ist bei allen gesetzlichen Kassen gleich und beträgt derzeit 64,77 Euro monatlich zuzüglich Pflegeversicherung.

Verheiratete Studierende können über ihren Ehepartner von der beitragsfreien Familienversicherung profitieren, und zwar ohne Altersgrenze. Das Gleiche gilt für eingetragene Lebenspartnerschaften. Studierende, die es für eine Zeit lang ins Ausland zieht, sollten ihren Hauptwohnsitz in Deutschland beibehalten. Dann gelten bei der Krankenversicherung die gleichen Regeln wie für Studenten, die in Deutschland bleiben.

Informationen gibt es bei den Studentenwerken vor Ort. Etliche Krankenkassen haben zudem auf dem Campus oder in unmittelbarer Nähe Filialen , die auf die Beratung von Studenten spezialisiert sind und Auskunft erteilen.

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erstellt am 15.Sep.2014 | 20:09 Uhr

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