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Ausstellung in Glückstadt : Als Soldaten das Stadtbild prägten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine Sonderausstellung im Detlefsenmuseum zeigt, welche Bedeutung die Marine einst für Glückstadt und die heimische Wirtschaft hatte.

Das Interesse war sehr groß als am Wochenende die Sonderausstellung im Detlefsenmuseum mit dem Titel „Die Geschichte der Marinekaserne Glückstadt und der in ihr beheimateten Truppenteile von 1936 bis 2004“ eröffnete. Zum Glück bot die großzügige Gartenanlage des Museums genügend Platz für die vielen Gäste. „Für eine solche Eröffnung mit so großem Publikum ist der Garten einfach ideal“, befand Museumsleiter Christian Boldt. Unter den zahlreichen Gästen waren viele Angehörige der Marine, unter ihnen mit Klaus Nitsch, Rüdiger Matzat und Klaus Petersen drei ehemalige Kommandeure der Kaserne.

Schon in den vergangenen zwei Wochen ein Dauergast im Museum war Fregattenkapitän Ralf Zielinski, der maßgeblich an der Ausstellung mitgewirkt hat. Grundlage für die Ausstellung war sein Buch mit gleichem Titel. Auch Soldaten des Seebataillons Eckernförde, mit dem die Stadt eine schon lange währende Patenschaft verbindet, waren zur Eröffnung gekommen.

Christian Boldt dankte in seiner Begrüßung den vielen Helfern und Sponsoren, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen hatten. Auch Bürgermeisterin Manja Biel freute sich über das große Interesse an der Ausstellung. „Die Marine hat eine besondere Bedeutung in der 400-jährigen Geschichte der Stadt. Es war daher für uns eine Selbstverständlichkeit, dass auch diese im Jubiläumsjahr entsprechend gewürdigt wird“, sagte sie.

Die Einführung in die Ausstellung hielt Ralf Zielinski. Ihn selbst verbinden viele Jahre mit der Glückstädter Marinekaserne. Schon sein Vater war hier stationiert, lernte in Glückstadt seine Ehefrau kennen und auch Ralf Zielinski selbst wurde hier geboren. Später war er fünf seiner bisher 33 Dienstjahre in Glückstadt stationiert.

Das Hauptaugenmerk der Ausstellung liegt, wie schon der Titel verrät, auf der 70-jährigen Geschichte der Kaserne, von ihrem Bau und den damit verbundenen Schwierigkeiten bis zur Schließung im Jahr 2004. „In den 70er Jahren gab es im Kreis Steinburg noch sieben militärische Verbände an fünf Standorten. Heute ist der Kreis Steinburg sozusagen entmilitarisiert“, erklärte Zielinski.

Das Stadtbild von Glückstadt wurde viele Jahrzehnte lang geprägt von den Soldaten. Sie verbrachten ihre Freizeit in der Stadt, ihre Abende in den damals noch vorhandenen Diskotheken oder im Kino. Die ansässigen Geschäfte lieferten Lebensmittel, örtliche Handwerksbetriebe halfen bei Reparaturen oder Umbauten. Die Tankstellen profitierten von den Wochenendurlauben der jungen Soldaten, die in Glückstadt ausgebildet wurden. Einer der Höhepunkte war wohl die Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde zwischen der Stadt und der Marineküsten-Dienstschule Lehrgruppe Grundausbildung im Jahr 1987. Diese Patenschaft ist geblieben, auch als die Lehrgruppe nach Eckernförde verlegt wurde.

Doch die Ausstellung berichtet nicht nur von der Hochzeit der Kaserne, sondern auch von den Anfängen der Marine in Glückstadt. Diese geht bis in die Gründungszeit der Stadt zurück, als die kurbrandenburgische Marine Glückstadt als Stützpunkt für die Seesoldaten des Marinier-Korps nutzte, die von hier als Begleitung zur Sicherung der Handelsmarine nach Übersee aufbrachen. Davon zeugt ein großformatiges Gemälde von Herrmann Wehrmann, das bis zur Schließung der Kaserne im Offiziersheim hing. Gezeigt werden außerdem Fotos und weitere Exponate aus der Kasernengeschichte. Viele Figuren des ehemaligen Glückstädter Rechtsanwaltes Herbert Bädecker zeigen eindrucksvolle historische Uniformen. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 1. April 2018.

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