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Als die Prügelstrafe noch zum Unterricht gehörte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2015 | 13:59 Uhr

Gelernt haben sie so einiges, aus sich gemacht haben sie so manches, aber erinnern wollen sie sich teils nur mit gemischten Gefühlen an ihre Schulzeit. Die ist mittlerweile mehr als 50 Jahre her, „und da herrschte noch ein anderer Geist“, wie Ingo Braun feststellte. Er organisierte gemeinsam mit Ingrid Koß (geb. Baumgarten) und Harry Britoschek ein Klassentreffen. Zum fünften Mal kamen die ehemaligen Schüler der Mittelschule Kellinghusen aus dem Abschlussjahrgang 1965 in Hennstedt zusammen. Von damals 43 Schülern – 20 Mädchen und 23 Jungs – waren noch 26 dabei. Ihr erstes Treffen hatten sie 1985, zuletzt waren sie vor zehn Jahren zusammen gekommen. Die Männer kamen fast ausschließlich aus der Umgebung, einige der Frauen hatte es nach der Schule weiter weg gezogen. Dieses Mal waren ehemalige Mitschülerinnen aus Lübeck und Hamburg am weitesten angereist.

Ingo Braun zeigte während des Treffens Bilder aus früheren Jahren von der Schule, aus dem Unterricht, vom Schulhof, aus den Klassen und von Klassenfahrten. Zur Auffrischung der Erinnerung waren die Bilder wichtig, denn die Schule an der Lieth ist 1975 abgebrannt und nicht wieder aufgebaut worden, und es ist auch kein Lehrer von früher mehr da. An diese hatten einige der ehemaligen Schüler ohnehin nur schlechte Erinnerungen.

„Es gab damals die Prügelstrafe. Einige träumen heute noch davon“, sagt Harry Britoschek. Die Mädchen seien, so ihre Erfahrung, dabei etwas besser weg gekommen. „Wir waren die letzte nach Jungs und Mädchen getrennte Klasse“, erinnert Ingo Braun. „Dafür gab es einen geschlossenen Klassenverband. Wir verstanden uns wohl deshalb besser, weil wir gegen die Lehrer zusammen halten mussten“, vermutet er. Die damalige „Mittelschule“ sei zwar streng gewesen, so ihr einhelliges Urteil, „aber sie hatte einen guten Ruf“, so Harry Britoschek. „Es wurde Leistung verlangt, die Lernziele wurden erreicht“, so Ingo Braun. Jeder habe zumindest etwas Gutes gelernt, und alle seien hinterher erfolgreich durchs Leben gekommen.

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