Als alles im Schnee versank

Spaziergang durch das eingeschneite Dorf: Meterhohe Schneeberge gab es wie hier in Süderau Anfang 1979 in allen Steinburger Gemeinden.  Fotos: Kreismuseum Prinzeßhof
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Spaziergang durch das eingeschneite Dorf: Meterhohe Schneeberge gab es wie hier in Süderau Anfang 1979 in allen Steinburger Gemeinden. Fotos: Kreismuseum Prinzeßhof

Kreismuseum bereitet Ausstellung über Schneekatastrophe von 1978/79 vor / Bilder, Filme und Geschichten gesucht

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09. Oktober 2018, 16:52 Uhr

Das Ausmaß des Jahrhundertwinters war zunächst nicht abzusehen. Über „kuriose Einsätze“ schrieb unsere Zeitung noch kurz vor der Jahreswende 1978/79, als heftiger Schneefall zu ersten Behinderungen im Norden des Landes führte und erste Straßenräumungen notwendig wurden. So etwas kannten die Norddeutschen nicht.

Kurze Zeit später wurde der Ernst der Lage deutlich, als zu Silvester ganz Norddeutschland unter einer bis zu 70 Zentimeter dicken Schneedecke versank. Nichts ging mehr und schnell wurde der heftige Wintereinbruch als Schneekatastrophe bezeichnet.

Und ging unter diesem Schlagwort ins kollektive Gedächtnis der Menschen ein. Zum vierzigsten Jahrestag widmet das Kreismuseum Prinzeßhof dem Ereignis eine Ausstellung, die am Sonntag, 11. November eröffnet werden soll. Gesucht werden noch Fotos, Filme und interessante Erinnerungen von Steinburgern an das Jahrhundertereignis Schneekatastrophe.

„Jeder, der diese Zeit miterlebt hat, hat eine ganz eigene Geschichte zu erzählen und ganz persönliche Erinnerungen“, sagt Museumsleiterin Miriam Hoffmann. Sie möchte mit der Ausstellung einen Überblick über die Ereignisse im Kreisgebiet liefern und hat dafür bereits ausführlich recherchiert – unter anderem im Kreisarchiv und in den alten Ausgaben der Rundschau. Vom Heimatverein bekam die Museumsleiterin eine ganze Reihe von privaten Fotografien, die unter anderem die Schneemassen in Brokdorf, Kellinghusen oder Süderau zeigen.

Hoffmann ist aber der Meinung, dass auch bei Privatpersonen noch so mancher historischer Schatz zur Schneekatastrophe zu finden ist. Gesucht werden vor allem Aufnahmen von prominenten Orten im Kreisgebiet aus dieser Zeit. „Ich bin aber auch an interessanten Erinnerungen von Zeitzeugen interessiert, die hier zur Schneekatastrophe etwas Besonderes erlebt haben“, sagt Hoffmann. Sie bittet darum, Erinnerungen aufzuschreiben und sie dem Museum in schriftlicher Form bis zum 19. Oktober zukommen zu lassen. Und falls jemand über Filmaufnahmen aus Itzehoe und Umgebung verfügt, wäre Hoffmann ebenfalls für eine Kontaktaufnahme dankbar.

Bewegtbilder werden ohnehin eine prominente Rolle in der Ausstellung spielen. Hoffmann wird einen Ausschnitt des Films „Schnee von gestern“, den die Filmemacher Gerald Grote und Claus Oppermann aus Material von über 100 Hobbyfilmern erstellt haben, zeigen. Der ganze Film, den unsere Zeitung bereits zum 30. Jahrestag 2008 präsentierte, wird in einer überarbeiteten und erweiterten Fassung im Rahmenprogramm gezeigt.



>Kontakt Kreismuseum Prinzeßhof:

prinzesshof@steinburg.de oder 04821/64068.

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