Alltagshilfe statt Pflegeheim

Alltagshelferin Tanja Sühlsen spielt mit Anna Günther. Foto: erb
Alltagshelferin Tanja Sühlsen spielt mit Anna Günther. Foto: erb

DRK-Tagespflege im Haus Süderdöffte gestern offiziell eröffnet / Aufgaben: Betreuung von Senioren und Entlastung pflegender Angehöriger

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01. April 2011, 08:53 Uhr

Brunsbüttel | "Sie glauben gar nicht, welche Anstrengungen es kostet, eine pflegebedürftige Person im Haushalt zu haben", erklärte Horst Günther die täglichen Aufgaben, die es zu bewältigen gilt. Der rüstige Rentner ist 91 Jahre alt und noch sehr aktiv. "Ich versorge mich allein. Fahre mit dem Auto einkaufen, so lange es noch geht." Doch bei der Pflege seiner 87-jährigen Frau Anna und seiner 96 Jahre alten Schwester Helga Günther stößt auch er an seine Grenzen. "Ich bin so froh, dass es die Tagespflege des DRK gibt. So habe auch ich die Möglichkeit, mal zur Ruhe zu kommen", betonte Horst Günther, der seine beiden Frauen noch nicht gänzlich in einer Pflegeeinrichtung unterbringen möchte und daher das Angebot der Tagespflegeeinrichtung in Anspruch nimmt.

Seit zwei Monaten kümmern sich eine Pflegefachkraft und zwei Alltagshelfer um die ersten Gäste. Acht Senioren werden hier derzeit betreut. "Unsere Einrichtung ist für bis zu 20 Tagesgäste ausgelegt", sagte Ingo Weerts. Im Rahmen der offiziellen Eröffnung der Tagespflege-Einrichtung begrüßte der Einrichtungsleiter gestern zahlreiche Gäste aus Politik und Verbänden in dem Erweiterungsbau des DRK-Altenhilfezentrum Haus Süderdöffte. Schon bei der Errichtung des Gebäudes 1983 hatte man diesen Bereich für die Tagespflege vorgesehen. "Damals war es noch nicht die richtige Zeit für dieses Angebot", so Heimleiter Uwe Witt. Daher wurde der Trakt lange anders genutzt. Doch die Zeit hat sich gewandelt. Immer mehr Menschen werden zu Hause gepflegt. "Nicht selten werden dann die Angehörigen zu den Leidenden - eingesperrt in den eigenen vier Wänden", erklärte Witt. Die Tagespflege-Einrichtung soll hier Abhilfe schaffen. Den Angehörigen die Möglichkeit einräumen und Zeit verschaffen, auch auf die eigenen Bedürfnisse einzugehen. Die Kosten der Tagespflege finanzieren sich überwiegend aus der Pflegeversicherung. "Jedem häuslich versorgten Pflegebedürftigen, der in eine Pflegestufe eingestuft ist, stehen zusätzliche Leistungen der Pflegeversicherung für die Inanspruchnahme von Tagespflegeangeboten zur Verfügung."

Zwei Fahrer sorgen dafür, dass die Gäste der Tagespflege-Einrichtung morgens abgeholt und am späten Nachmittag wieder nach Hause gebracht werden. Wochentags von 8 bis 16 Uhr bietet die Einrichtung ein individuelles, auf die Wünsche und Bedürfnisse der Tagesgäste abgestimmtes Angebot. Ein großer Gruppenraum lädt zu gemeinsamen Aktivitäten und Spielen ein, während ein Ruhebereich für den passenden Ausgleich und Entspannung sorgt.

Die verschiedenen Mahlzeiten liefert die Küche des Hauses Süderdöffte. "Wir haben eine komplett eingerichtete Küche und somit auch die Möglichkeit, selbst mal gemeinsam zu kochen und zu backen", sagte Ingo Weerts.

Lobende Worte fand unter anderen Bürgervorsteherin Rita Audiger für die neue Einrichtung des DRK. "Sie schauen darauf, was die Menschen hier brauchen und nicht das Haus", hob sie insbesondere die Weitsicht hervor, mit der das Haus gebaut wurde.

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