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Betreuung in Lägerdorf : Alltagshilfe für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neues Projekt: Anna Kock von der Caritas kümmert sich im Amt Breitenburg um Asyl suchende Menschen

Das Amt Breitenburg geht bei der Flüchtlingsbetreuung neue Wege. Erstmals im Kreis Steinburg werden in einem Amtsgebiet die zahlreichen ehrenamtlichen Betreuer von einer hauptamtlichen Organisation unterstützt. Die Caritas wird vorerst 15 Stunden pro Woche für die Flüchtlinge, aber auch für die Helfer da sein. Die Aufgabe übernimmt Anna Kock vom Caritas Migrationsdienst Itzehoe, die gestern ihren ersten Arbeitstag hatte. Die 39-Jährige kümmert sich um die Flüchtlinge, besucht sie, gibt Rat und bietet Gespräche an. In Lägerdorf wird es donnerstags von 14 bis 17 Uhr auch eine regelmäßige Sprechstunde geben.

„Wir bekommen so eine noch breiter aufgestellte Hilfe für die Flüchtlinge“, begründet Colja Peglow, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Breitenburg, die eingekaufte Unterstützung. „Sie kostet etwas mehr, aber wir bekommen auch mehr.“ Das Amt halte diese Lösung für besser und effektiver als die Einstellung eines Flüchtlingsbeauftragten, der oft aus den Reihen der ehrenamtlichen Helfer komme. Finanziert wird das Model von der Betreuungspauschale, die das Land zahlt. „Die Caritas unterstützt uns so, wie wir es brauchen“, sagt auch Amtsvorsteher Jörgen Heuberger. Norbert Schmitz, Sozialreferent des Caritasverbandes Schleswig-Holstein, hat für das Amt ein Konzept ausgearbeitet, das er auch anderen Amtsverwaltungen angeboten hat. „Ich habe jedoch noch keine weiteren Antworten erhalten.“

Angesiedelt ist die Caritas-Mitarbeiterin Anna Kock zum einen beim Migrationsdienst Itzehoe, wo sie von ihrer Kollegin Silvia Bruns unterstützt wird, und zum anderen in Lägerdorf. Dort hat Bürgermeister Heiner Sülau kurzfristig sein Zimmer im Rathaus geräumt. Die gebürtige Moldawierin, die jetzt in Schenefeld wohnt, spricht russisch und rumänisch und hat bereits Erfahrung in der Betreuung von Asylbewerbern gesammelt. Ihr Hauptgebiet wird Lägerdorf sein, denn in der größten Gemeinde des Amtes sind zurzeit die meisten Flüchtlinge untergebracht, 50 von 70 leben dort. Grund: Der Ort hat die meisten leerstehenden Wohnungen, in den kleinen Dörfern gibt es kaum freie Wohnungen. Allerdings appelliert Peglow jetzt an die Bürger in allen Amtsgemeinden, weiteren Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen und der Amtsverwaltung zu melden. Ursprünglich sollten bis Jahresende 60 bis 80 im Amtsgebiet wohnen, neueste Zahlen, so Peglow gehen von 180 Personen aus. Eine Verdoppelung. „Wir sind etwas ratlos, wie wir diese alle unterbringen können.“ Falls gewünscht, trete das Amt auch in die Mietverträge ein.

Nicht nur beim Wohnraum, auch bei der ehrenamtlichen Hilfe stößt das Amt an seine Grenzen, deshalb ist Gisela Brinkmeier froh über die hauptamtliche Unterstützung. Die Lägerdorfer hat in ihrer Gemeinde einen ehrenamtlichen Helferkreis aufgebaut (wir berichteten), der sich um die ausländischen Gäste intensiv kümmert. Aber viele der Helfer seien berufstätig und tagsüber nicht einsatzbereit. Und die Aufgabe ist umfangreich. Jede Flüchtlingsfamilie wird begrüßt und erhält einen Paten, der als Ansprechpartner und Ratgeber hilft. Aufgrund der steigenden Zahlen wird allerdings dringend weitere Hilfe benötigt. „Unser Potenzial ist erschöpft“, sagt Gisela Brinkmeier. Wer mitarbeiten möchte, kann sich bei ihr unter 04828/203 melden. Die Ehrenamtlerin und ihre Helfer haben seit Sommer auch eine Kleiderkammer für Asylsuchende aufgebaut, die im alten Rathaus beheimatet ist und jetzt erstmals öffnet. Die Kammer ist zwar bereits gut sortiert, Benötigt werde laut Brinkmeier jedoch noch Winterkleidung. Sommersachen und Möbel werden nicht angenommen.


>Telefonisch ist Anna Kock donnerstags von 14 bis 17 Uhr unter 04828/9014274 in Lägerdorf zu erreichen.

 

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erstellt am 16.Okt.2015 | 12:00 Uhr

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