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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 18:23 Uhr

Allianz für Ausbildung von Keramikern

vom

Störstadt besinnt sich auf handwerkliche Tradition und kooperiert mit Keramikschule Landshut / Aufnahmeprüfungen in erster Juniwoche

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erstellt am 28.Mai.2013 | 03:59 Uhr

KELLINGHUSEN | "Keramiker - ein wunderbarer Beruf": In der Keramikstadt Kellinghusen war dies bereits vor 200 Jahren bekannt. In der Zeit von 1764 bis 1860 boomte das Töpfer-Handwerk vor Ort. Sechs Werkstätten produzierten künstlerische und Gebrauchskeramik. Fayencen aus der Störstadt mit der typisch gelben Randborte sind heute noch im gesamten Ostseeraum zu finden. An die bedeutende Keramiktradition soll jetzt auf zeitgemäße Weise angeknüpft werden: Die Keramikschule Landshut (Bayern) veranstaltet von Montag bis Freitag, 3. bis 7. Juni, Aufnahmeprüfungen in Kellinghusen.

"Wir wenden uns ausdrücklich nicht nur an Berufsanfänger, sondern auch an Wiedereinsteiger oder Menschen, die sich mit dem Beruf des Keramikers einen lange gehegten Traum erfüllen wollen", sagt Schulleiterin Annette Ody. Als regelmäßige Besucherin des Kellinghusener Töpfermarkts weiß die Fachschulrektorin um den Stellenwert der Keramik in der norddeutschen Kleinstadt. Hans-Georg Bluhm, Leiter des Keramikmuseums, machte sie mit dem Vorsitzenden des Vereins Keramik Centrum Kellinghusen (KCK), Andreas Dethlefsen, bekannt. "Unser gemeinsames Ziel ist, angehende Keramiker in die Stadt zu holen", sagt Dethlefsen. Ein anregendes, künstlerisches Klima sei bereits vorhanden: Neben alteingesessenen Werkstätten habe sich 2001 das vielfach ausgezeichnete, international bekannte Keramikerpaar Kap-Sun Hwang und Si-Sook Kang im Gebäude einer alten Eisenwarenhandlung niedergelassen. Als weitere Partner im frisch gewobenen Netzwerk wollen die Gesellschaft für Bildung Beruf und Kultur mbH (BiBeKu) mit Geschäftsführer Marcus Wack sowie die Keramikklasse der Berufsschule in Heide unter Leitung von Dr. Nora Jensen zum Gelingen der Ausbildungsoffensive beitragen.

Als erstes Angebot im Rahmen der Nord-Süd-Partnerschaft bieten die Keramikzentren Kellinghusen und Landshut jetzt die Möglichkeit einer Aufnahmeprüfung für die kostenfreie dreijährige Ausbildung der staatlichen Berufsfachschule. Erfolgen wird sie in den Räumen der BiBeKu in der Brauerstraße 29. Die Termin dafür sind in der Zeit vom 3. bis 7. Juni frei wählbar. Voraussetzung für die Bewerbung ist mindestens ein qualifizierter Hauptschul- oder ein vergleichbarer Schulabschluss. "Die für den Beruf notwendigen handwerklichen und gestalterischen Begabungen werden in der Aufnahmeprüfung getestet", sagt Ody. Erforderlich sind zudem Lebenslauf, letztes Schulzeugnis sowie eine Mappe mit Zeichnungen, farbiger Malerei und/oder Fotos von künstlerischen Arbeiten.

"Mit unserer Initiative hoffen wir auf eine Optimierung der Ausbildungssituation im keramischen Kunsthandwerk in Schleswig-Holstein und Bayern", so Wack. Schon der nächste Töpfermarkt soll dem Nachwuchs eine Plattform bieten. Dafür stellt der Veranstalter KCK einen kostenfreien Gemeinschaftsstand für junge Keramiker zur Verfügung und sponsert darüber hinaus Anfahrt und Übernachtung. Die BiBeKu arbeitet zudem daran, verstärkt Jugendliche für die Wahl des Keramikerberufs zu begeistern. "Im Bereich der kreativen Berufe wollen wir das Thema Keramik mit in die Berufsorientierung für Schüler der 7. und 8. Klassen aufnehmen", erklärt Wack.

Ins Auge gefasst werde überdies, die komplette Ausbildung bei der BiBeKu in der Keramikstadt anzubieten. Begrüßt wird die gemeinschaftliche Bildungsoffensive im keramischen Kunsthandwerk auch von Bürgermeister Axel Pietsch. Dies sei ein Beitrag, die Keramikstadt und den Bildungsstandort Kellinghusen überregional attraktiv zu halten.

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