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Bahnhof : Alles neu – nur der Aufzug fährt nicht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bahn und Land investieren 3,5 Millionen Euro in barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Wrist / Falsche Türen für Fahrstuhl geliefert

von
erstellt am 05.Jan.2016 | 16:40 Uhr

Eine offizielle Einweihung gibt es nicht – auch wenn die neuen Bahnsteige in Wrist mittlerweile fast fertiggestellt sind. 3,5 Millionen Euro haben sich Deutsche Bahn und das Land Schleswig-Holstein den barrierefreien Zugang kosten lassen. „Bis auf kleinere Restarbeiten ist alles erledigt“, sagt Pressesprecherin Sabine Brunkhorst. Dazu gehört unter anderem die Bepflanzung.

Allerdings werden die Bahnnutzer in Wrist mit einem Provisorium bis Sommer leben müssen. Der neue Fahrstuhl, mit dem ein barrierefreier Zugang zu den Gleisen 2 und 3 auf dem Mittelbahnsteig möglich ist, ist noch nicht in Betrieb, da eine falsche Tür geliefert wurde. Eingebaut wurde eine Tür in Standardgröße, doch der landeseigene Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah.sh) wollte einen breiteren Eingang, da auch Bahnnutzer mit Fahrrädern in die Züge in Wrist einsteigen. Bis die Tür, die extra angefertigt werden muss, geliefert und eingebaut ist, wird deshalb die provisorische, barrierefreie Zuwegung vom vorderen Bahnhofsplatz zu den Gleisen 2 und 3 bestehen bleiben. „Wir bedauern dies, können aber nichts dafür. Wir werden uns bemühen, den Fahrstuhl möglichst schnell in Betrieb zu nehmen“, erklärt Sabine Brunkhorst.

Bei der jüngsten Ausschreibung im Bereich Mitte – dazu gehört auch die Strecke Hamburg-Kiel – hatte der Verkehrsverbund den künftigen Betreibern der Bahnstrecke den höhengleichen Ausbau der Bahnsteige auf den Bahnhöfen zugesichert. Dafür griff er für Wrist auch kräftig in die Kasse. „2,3 Millionen Euro gab es vom Land, den Rest hat der Bund bezahlt“, sagt Wiebke Preckwinkel von Nah.sh.

Unter der Projektleitung von Nicole Schulz begannen die Arbeiten im Mai des vergangenen Jahres. Der Hauptbahnsteig (Gleis 1) erhielt auf 220 Metern Länge eine neue Kante in einer Höhe von 76 Zentimetern (bisher 38 Zentimeter), so dass es jetzt einen höhengleichen Zugang in die Züge gibt. Der gleiche Ausbau erfolgte dann auch am Mittelbahnsteig für die Gleise 2 und 3. Hinzu kamen neue Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen, neue Informations- und Leitsysteme sowie zwei neue Wetterhäuschen. Und alle Zuwegungen wurden barrierefrei umgebaut. „Mit allen Arbeiten waren wir immer im Zeitplan, und wir sind auch im Kostenrahmen geblieben“, betont Nicole Schulz.

Auch Sabine Brunkhorst spricht von einem reibungslosen Bauvorhaben, das „unter rollendem Rad“ vorgenommen worden sei. Das heißt, Zugverkehr fand jederzeit statt – „mit kleineren Pausen von höchstens 24 Stunden“.

Auch wenn fast alles neu ist, ein kosmetisches Problem bleibt. Im Tunnel, der zum Mittelbahnsteig führt, gibt es eine verschmutzte Wand. Von oben dringt Wasser durch die Decke. Die Wand soll nach Angaben von Sabine Brunkhorst zwar übermalt werden, aber das Wasser wird sich weiterhin seinen Weg durch die Decke suchen. Um das Problem zu beheben, müsste die Decke aufgemacht werden. Da sich direkt darüber jedoch die Gleise befinden, ist dies nicht so einfach möglich. Und diese Sperrungen müssen zwei Jahre im Voraus angemeldet werden. Deshalb geht Sabine Brunkhorst davon aus, dass die Decke erst bei den nächsten regulären Gleisbauarbeiten saniert wird.

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