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Pflanzenbörse : Alles muss raus – Einrichtung schließt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine der letzten Pflanzenbörsen lockte 1000 Besucher nach Oelixdorf. Das ehemalige Jugendaufbauwerk soll verkauft werden. Bis Ende des Jahres werden noch Pflanzen verkauft.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Es war vielleicht noch nicht die allerletzte Ausgabe, aber es geht dem Ende zu: Bei der 34. Pflanzenbörse im Jugendaufbauwerk (JAW) Oelixdorf wurde noch einmal eine große Verkaufsoffensive gestartet, um alle verbliebenen Pflanzen los zu werden.

Sie lockte am Wochenende wieder fast 1000 Besucher in die Einrichtung, die demnächst geschlossen wird. „Deshalb bieten wir alle Pflanzen zum halben Preis“, sagte Nils Andersen aus dem Bereich Gartenbau. Ausgerichtet vom Träger BiBeKu, gab es wieder ein umfangreiches Angebot. Selbst kultivierte Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Schattenstauden sowie Zier-, Solitär-, Hecken- und Nadelgehölze waren ebenso zu haben wie Bodendecker, Kletter- und Zimmerpflanzen. „Besonders gut gingen einige Baumarten“, erläuterte er. Das verbliebene Gartenbauteam stand wieder mit fachkundiger Beratung bereit, für eine kleine Stärkung mit Bratwürsten und Getränken war wie immer ebenso gesorgt.

Da der Pachtvertrag ausläuft und der Kreis die Einrichtung verkaufen will, wird der Standort zum Jahresende geschlossen. „Viele bedauern es, dass die Fortführung politisch nicht mehr unterstützt wird“, sagte Andersen. So auch Besucherin Birgit Behrendt aus Itzehoe. „Ich komme regelmäßig hierher, um für meine kleine Gartenecke mit Sitzbank etwas einzukaufen“, erzählte sie. „Es ist sehr traurig und schade, dass es ausläuft. Denn die Pflanzen sind gut und man wird gut beraten.“ Doris Friedrich aus Oelixdorf war derselben Meinung. „Es ist schade, dass sich die Einrichtung hier auflösen soll, denn die Pflanzen sind ja auch günstig.“

Michael Worm, Geschäftsführer der BiBeKu, erläuterte: „Im Jahr 2005 wurde der Bildungsmarkt privatisiert. Seitdem werden berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen durch die Agentur für Arbeit zentral aus Nürnberg ausgeschrieben und an Bildungsträger vergeben.“ Eine Einrichtung wie diese sei aber zu kostenintensiv und werde somit nicht mehr gefördert. Vielmehr werden die Maßnahmen in einer bundesweiten Ausschreibung nach einem standardisierten Verfahren, in dem neben Qualitätsmanagement auch die Kosten eine wichtige Rolle spielen, vergeben. Die Einrichtungen werden dadurch stärker zentralisiert.

Die BiBeKu GmbH, seit 2007 Trägerin des Jugendaufbauwerkes (JAW) in Steinburg mit Standorten in Itzehoe, Kellinghusen und Oelixdorf, hat statt Oelixdorf den Zuschlag für eine neue Maßnahme in Itzehoe in der Oelixdorfer Straße 2 erhalten. „Dort können wir das, was wir hier in Oelixdorf machen, natürlich nicht leisten“, so Worm. „Vielmehr werden wir die Arbeit dann verstärkt in Kooperationen ausführen müssen.“ Der Verkauf der Pflanzen läuft in den kommenden drei Wochen weiter. „Von Montag bis Donnerstag haben wir bis 13.30 Uhr, am Freitag bis 12 Uhr geöffnet“, sagte Nils Andersen.

Und vielleicht soll es Ende September dann die allerletzte Pflanzenbörse an einem Sonnabend geben.




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