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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 13:51 Uhr

Tierschutz : Alles hört auf sein Kommando

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wie der Burger Hundenarr Heinz-Uwe Tödter mit seinen Vierbeinern umgeht – und was die Behörde dazu sagt

shz.de von
erstellt am 28.Sep.2014 | 16:37 Uhr

Vom Sehen her kennt ihn in Burg jeder: den Hundemann. Heinz-Uwe Tödter übt auf Hunde ebenso wie auf deren Halter eine faszinierende Wirkung aus. Die Hunde gehorchen ihm in kürzester Zeit, was Herrchen und Frauchen einfach nur staunen läßt.

Das Geheimnis des 50-Jährigen Hundeexperten liegt in seiner Konsequenz gegenüber dem liebsten Haustier der Deutschen begründet. Immer wieder erwünschtes Verhalten trainieren, auch wenn Heinz-Uwe Tödter dafür fünfmal von seinem alten Edelstahlfahrrad absteigen muss. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Bei Straßenüberquerungen oder Abzweigungen legt er alle Hunde am Straßenrand ab. Dann überqueren er und seine Begleiter die Straße. Einzeln ruft er anschließend nacheinander die Hunde zu sich. Das funktioniert selbst wenn die Hunde ihn nach einer Ecke nicht mehr sehen können. Beim Laufen neben dem Rad suchen alle Hunde sofort den Randstreifen. Leckerlis bekommen die Hunde nur eins pro Tour und Hund und zwar stets kurz vor Ende der beiden täglichen Radtouren zum Kanal.

Lediglich zwei Hunde gehören Heinz-Uwe und Silke Tödter (48) selbst. Sie steht voll hinter ihrem Mann, liebt Hunde genauso wie er und begleitet ihn auf fast jeder Tour zum Kanal. Legt ein Hund hier einen Haufen stoppt die ganze Gruppe, während Tödter penibel den Haufen eintütet um ihn am nächsten Papierkorb zu entsorgen. Kommt ein Radfahrer oder Spaziergänger, zieht sich die ganze Gruppe auf den Randstreifen zurück.

Und trotzdem gab es jemanden den Tödters Hundemeute offenbar störte. Auf einen Tipp hin machte sich die Vizepräsidentin der Tierärztekammer Schleswig-Holstein und zugleich Amtsveterinärin in Dithmarschen, Dr. Christine Bothmann, auf den Weg zum Burg Kattenstieg, wo sie Heinz-Uwe Tödter mit seiner Hundegruppe antraf. Im Schleppetau der Tierärztin eine Mitarbeiterin des Burger Ordnungsamtes. ,,Herrn Tödters Umgang mit den Hunden seiner Gruppe anlässlich des Treffens im Juli war aus amtstierärztlicher Sicht nicht zu beanstanden“, attestiert Bothmann dem Burger Hundemann schriftlich einen einwandfreien Umgang mit den Tieren.

Dennoch sorgte das Auftauchen der Amtstierärztin für Wirbel unter Burgs Hundehaltern. Besonders Hundehalterin Inga Maes zeigte sich verärgert. Die 30-Jährige setzt sich seit Jahren für Burgs Hunde ein. Den Anlass dazu gab ebenfalls eine Anzeige. Bis 2012 trafen sich Hundefreunde noch im Baumgarten auf der großen Spielwiese. Heute befindet sich dort das vordere Regenrückhaltebecken. Sie liessen ihre Hunde dort frei laufen und spielen. Darüber beklagte sich jemand beim Ordnungsamt. Maes und Tödter wandten sich an Elke Goehlke-Kollhorst, damals noch Bürgermeisterin, mit der Bitte doch im Bürgerpark den Leinenzwang für ein bis zwei Stunden vormittags aufzuheben. Zugleich fragte man an, ob die Gemeinde den Hundehaltern nicht eine Freilauffläche zur Verfügung stellen könnte.

Maes verwies unter anderem darauf das 340 Hunde im Ort leben, zehn Prozent der Einwohner Hundehalter seien. Die Sache verlief damals im Sande. ,,Ich hoffe das Bürgermeister und Gemeindevertreter sich unserer Sache annehmen, schließlich zahlen wir alle Hundesteuer“, betont die 30-Jährige. ,,Gerne würden wir auch einen Burger Hundefreundeverein gründen“, fügt Maes hinzu. ,,Wer hat Lust dazu hat, melde sich bei Inga Maes unter Telefon 0152 08903876.



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