Kommunale Versorgung : „Alles aus einer Hand“

Nach dem Umzug: Stadtwerke-Geschäftsführer Torsten Fischer, hier mit Mitarbeiterin Giustina Lauenstein, will zukünftig noch mehr Energiedienstleistungen anbieten.
Foto:
1 von 2
Nach dem Umzug: Stadtwerke-Geschäftsführer Torsten Fischer, hier mit Mitarbeiterin Giustina Lauenstein, will zukünftig noch mehr Energiedienstleistungen anbieten.

Stadtwerke-Chef Torsten Fischer will nach Umzug des Kundencenters in Glückstadt noch mehr Energiedienstleistungen anbieten.

von
12. April 2018, 05:25 Uhr

Das Kundencenter der Stadtwerke ist jetzt in dem neuen Stadtwerkegebäude untergebracht. Auch Chef Torsten Fischer hat unterm Dach ein neues Büro bekommen. Das alte Haus mit seinem ehemaligen Büro ist verkauft worden. Vor Ort in Glückstadt arbeiten zurzeit rund 26 Mitarbeiter der Stadtwerke und des Kommunalen Bauhofes.

Seit November 2016 sind Sie Geschäftsführer der Stadtwerke Glückstadt. Wie geht es Ihnen?

Fischer: Energiewirtschaft ist nicht erst seit der Liberalisierung von Vertrieb und Regulierung der Netze ein spannendes, abwechslungsreiches Thema mit diversen Herausforderungen. Generell ist einiges so gekommen, wie ich es mir vorgestellt habe. Anderes an nötigen Veränderungen ist aber doch zeitaufwendiger als ich dachte. Ein Drittel meiner Zeit arbeite ich dazu auch in Itzehoe, dort bin ich für technische Bereiche in der Geschäftsführung der Stadtwerke Steinburg verantwortlich.

Wie hängen die Stadtwerke Glückstadt und Itzehoe zusammen?

Nach dem neuen Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) in 2007 wurden schon in 2008 die Stadtwerke Steinburg GmbH gegründet, zu denen zunächst nur Glückstadt und Itzehoe gehörten. 2011 kamen die Stadtwerke Wilster als Eigenbetrieb dazu. Bereits im Dezember 2010 wurde die Betriebsführung der Gas- und Stromleitungen für die Stadtwerke Brunsbüttel GmbH übernommen. Das heißt, wir sind für das Netz in Brunsbüttel betriebsführend zuständig, also für die entsprechenden Leitungen in der Erde und Anlagen darüber hinaus.

Die Stadtwerke Glückstadt sind Betreiber des Fortuna-Bades. Wie kommen die anderen ins Spiel?

Für das Freibad in Glückstadt sind kaufmännisch verwaltend die Stadtwerke Steinburg zuständig. Das ausgebildete Schwimmbadpersonal ist mittlerweile wiederum bei den Stadtwerken Itzehoe angestellt, die das Schwimmzentrum in der Kreisstadt betreiben. Das heißt, dass unser Meister für Bäderbetriebe Rüdiger Kallies im Winter in Itzehoe in der Schwimmhalle anzutreffen ist.

Gibt es einen Bereich, für den die Stadtwerke Glückstadt alleine zuständig sind?

Ja, für den Bauhof mit seinen zirka zehn Mitarbeitern und für den Glückstädter Binnenhafen, auch hier als Betriebsführer. Die kaufmännische Verwaltung erfolgt jedoch hierbei ebenso durch die Stadtwerke Steinburg.

Was hat sich in der Zeit geändert, seitdem Sie Geschäftsführer sind?

Das herkömmliche Vertriebsgeschäft wandert mehr und mehr ins Internet. Deshalb werben auch wir jetzt im Netz mit bisherigen aber auch mit neuen Angeboten. Zum Beispiel haben wir einen Tarifrechner eingeführt. Der Kunde kann die Daten eingeben und ausrechnen lassen, was er im Jahr bezahlen muss. Darüber hinaus wollen wir zukünftig noch mehr Energiedienstleistungen, Contracting und Breitband anbieten können.

Wer ist „der Kunde“?

Es ist der Kunde vor Ort, der von uns zum Beispiel Strom, Gas oder Wasser, aber auch Breitband und Dienstleistungen bekommt. Alles aus einer Hand. Es gibt noch andere Kunden. Es sind diejenigen, die ausschließlich das Netz nutzen.

Wie sind eigentlich die Zuständigkeiten für das Leitungsnetz?

Wir sind Betreiber des Netzes – also der Leitungen in Glückstadt für alle Versorgungssparten und zum Teil in der Blomeschen und Engelbrechtschen Wildnis, Borsfleth, Elskop, Herzhorn, Krempdorf, Krempe, Kremperheide und Kollmar. Wir sind auch zuständig für den Bau neuer Leitungen. Allerdings muss das im Rahmen der so genannten Erlösobergrenze und jährlichen Kostenanträgen mit der Bundesnetzagentur verhandelt werden. Sie sagt – stark vereinfacht ausgedrückt – entweder ja oder nein. Das bezieht sich auch auf Baustellen in Glückstadt, die wir gemeinsam mit der Stadt, Stadtentwässerung und Wasserverbänden und anderen haben.

Neuerdings geben die Stadtwerke Glückstadt die Kundenzeitschrift „ganz nah“ heraus, die nur Themen aus Glückstadt und dem Umland hat. Wer produziert sie?

Sie wird von unseren Marketing-Mitarbeiterinnen Silvia Schnegulau und Lena Krüger bei den Stadtwerken Steinburg entworfen und mit uns abgestimmt. Die Ausgabe der Stadtwerke Itzehoe ist daher sehr ähnlich.

Wie fühlen Sie sich in Ihrem neuen Büro?

Das Büro ist hell, wir haben die Bilder und Büromöbel von drüben mitgenommen. Vorher haben wir mit örtlichen Firmen die Wände neu gestrichen und neue Fenster eingesetzt. Und wir haben moderne Netzwerkkabel gelegt.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen