Katastrophenschutz : Alle Helfer jetzt unter einem Dach

Die neue Heimat der Steinburger Katastrophenschützer bietet Platz für rund 35 Einsatzfahrzeuge und etwa 180 ehrenamtliche Helfer. Sonnabend soll die Fertigstellung groß gefeiert werden.
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Die neue Heimat der Steinburger Katastrophenschützer bietet Platz für rund 35 Einsatzfahrzeuge und etwa 180 ehrenamtliche Helfer. Sonnabend soll die Fertigstellung groß gefeiert werden.

Fertigstellung nach einem Jahr Bauzeit: Kosten für Großprojekt in Breitenburg bleiben unter dem veranschlagten Budget. Am Sonnabend ist großer Tag der offenen Tür für die Bevölkerung.

shz.de von
26. Juni 2014, 17:00 Uhr

Es ist eines der modernsten Katastrophenschutzzentren im Norden: Am Sonnabend wird das neue Zuhause für den Feuerwehr-Löschzug Gefahrgut und für die Helfer von Deutschem Roten Kreuz und Johanniter Unfallhilfe offiziell eingeweiht. Die bislang über das ganze Kreisgebiet zerstreuten und zum Teil in Provisorien untergebrachten Katastrophenschutz-Einheiten sowie das umfangreiche Material sind damit endlich an einem Ort konzentriert.

Das Großprojekt wurde fast in einer Rekordzeit verwirklicht. Nach ersten Grundsatzbeschlüssen im Jahr 2010 war zunächst ein städebaulicher Vertrag mit der Gemeinde Münsterdorf nötig, zu deren Terrain das für den Bau erforderliche Grundstück gehörte. Auch dem Naturschutz wurde Rechnung getragen. So wurde vor Beginn der Arbeiten ein Teil des unter Schutz stehenden Trockenrasens einfach umgesiedelt.

Dann ging alles ganz schnell: 2011 wurde der Bebauungsplan aufgestellt, ein Jahr später begann die Planung, 2013 gingen die Aufträge raus. Baubeginn war im März vor einem Jahr. Gut zwölf Monate später stand der Hallenkomplex mit einer Gesamtnutzfläche von mehr als 3000 Quadratmetern. Die Baukosten waren – einschließlich Bauleitplanung und Ausgleichszahlungen – einst auf rund 4,9 Millionen Euro geschätzt worden. Hier hat die Verwaltung offenbar mit besonders spitzem Bleistift gerechnet. Am Ende gab es nämlich eine Punktlandung. Nach den bisherigen Abrechungen ist das Projekt sogar noch rund 200000 Euro günstiger geworden.

In den Hallen werden ausschließlich Einheiten des Katastrophenschutzes untergebracht. Zu den künftig hier stationierten Einheiten gehören 40 Frauen und 140 Männer. In den Hallen befinden sich Stellplätze für etwa 35 Einsatzfahrzeuge. Hinzu kommen Kräder, Anhänger und Feldkochherde. Abgerundet wird der Komplex durch entsprechende Materiallager, Schulungsräume, ein kleines Büro, sanitäre Einrichtungen sowie eine Dekontaminations- und Desinfektionshalle.

In den vergangenen Wochen haben die Einheiten für Feuerwehr, DRK und JUH ihr neues Quartier bereits bezogen. Das Gros der Einheiten war bis dahin in angemieteten Hallen in Kremperheide und in der Itzehoer Gudewillkaserne untergebracht. Auch Standorte in Wilster und Glückstadt gab es. „Der Umzug war schon fast ein bisschen so wie ein kleiner Katastropheneinsatz“, macht Dieter Pape, Chef des Ordnungsamtes in der Steinburger Kreisverwaltung, deutlich, welche gewaltigen Materialmengen bewegt werden mussten.

Erstmals sind damit jetzt aber alle Steinburger Katastrophenschützer unter einem Dach. Lediglich das Technische Hilfswerk und die DLRG bleiben an ihrem angestammten Platz in der Gudewillkaserne.

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