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Kultur in Itzehoe : „Alle haben einen an der Waffel“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Werner Momsen ihm seine Weihnachtsshow“ begeistert die Zuschauer im Theater und verschafft ihnen den Durchblick in der Adventszeit

Der Schlitten wird vor der Tür geparkt, die Lichtlein gehen an, und Santa Momsen betritt die Bühne im Theater Itzehoe. „Ich stimme Sie auf das Fest ein, und am Ende des Abends freuen Sie sich drauf“, verspricht die Kult-Puppe des NDR. „Werner Momsen ihm seine Weihnachtsshow“ gibt Einblicke in die Tiefen der Seele.

Der schwarze Mann hinter der Puppe, ohne den es Werner Momsen nicht gäbe, ist nach wenigen Minuten vergessen. Detlef Wutschik verleiht Werner eine unglaubliche Bühnenpräsenz, die erst vergeht, wenn Puppenspieler Wutschik die Maske abnimmt und sich nach der Show mit den Fans unterhält.

Zuvor aber spekuliert sein Alter Ego Werner Momsen über Spekulatius und die Weihnachtsmänner, die schon im September in den Läden stehen. Wo ist das Weihnachtsgefühl geblieben? Weihnachten im Kreise seiner Lieben – eine Herausforderung. „Alle haben einen an der Waffel, nur ich nicht“, stellt Werner fest und gibt den Rat: „Wenn’s gar nicht mehr geht, gucken Sie in eine Kerze, das ist meditativ.“

Werner Momsen hat mit seiner Frau Lisbeth vier Tage lang gebacken, und während in den ersten zwei Zuschauerreihen der Keks-Teller rumgereicht wird, erklärt der weihnachtsliebende Momsen die Verwirrtechnik der Frauen: „Wir schenken uns nix! Frauen haben ihr eigenes Verhältnis zu nix, das verraten sie uns aber nicht.“ In Deutschland würden 4,9 Millionen Euro für unnütze Dinge im Jahr ausgegeben. „Nix wäre da eine Alternative, und man spart auch noch das Einpacken.“

Auch über das üppige Weihnachtsessen hat der Mann von Welt sich Gedanken gemacht. Viele hätten Angst vor dem Essen, weil die Waage nach den Feiertagen in die falsche Richtung ausschlägt. „Wenn Sie nicht im Altenstift wohnen, ist Essen doch ein freiwilliger Akt“, erklärt Werner. „Von drei Tagen Weihnachten wird man nicht fett, da ist vorher schon was schief gelaufen.“

Auf die Frage, wer noch an den Weihnachtsmann glaubt, erntet Momsen unbestimmtes Gemurmel aus dem Saal. „Wie jetzt? Sie reden schon seit einer Stunde mit einer Puppe – warum soll es den Weihnachtsmann nicht geben?“, fragt er das Publikum.

Werner Momsen liest Geschichten, tanzt aus der Nussknacker-Suite und sagt ein Gedicht auf – das ist allerdings nicht ganz jugendfrei. Er hiphopt die Weihnachtsgeschichte und überlegt, wie weise die drei Weisen aus dem Morgenland wohl waren, als sie mit Weihrauch, Myrrhe und Gold ohne Security durch den Nahen Osten liefen.

Eine ganz andere Geschichte hat die Lichterkette. „Was ist aus ihr geworden? Piloten haben schon Vorgärten mit Landebahnen verwechselt.“ Das Thema Tannenbaumkauf eines Ehepaares wird auf der Bühne nachgestellt, und spätestens bei „Werner Momsen ihm seine Zugabe“ lachen einige Theaterbesucher Tränen. Doch bei aller Fröhlichkeit zum Fest gibt es auch ernste Worte. „Wer einem Flüchtling sein Handy nicht gönnt, aber seinem zehnjährigen Kind das neueste Smartphone unter den Baum legt, der hat Nächstenliebe nicht begriffen.“

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