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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 02:23 Uhr

Projekt : Alkohol: Warnung für junge Fahrer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Alkohol am Steuer ist die Todesursache Nummer eins bei jungen Autofahrern. Dem wollen Partner in Dithmarschen entgegen wirken. Die Zielgruppe sind Fahrschüler.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Alkoholbezogene Unfälle sind europaweit die Haupttodesursache bei jungen Männern bis 25 Jahre, wobei die meisten Unfälle nachts oder am Wochenende passieren. Mit dem Peer-Fahrschulprojekt wollen die Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein (LSSH), die Dithmarscher Privatbrauerei Karl Hintz sowie die Marner Fahrschule Jens Wrigge diesem Trend durch Prävention entgegenwirken.

„Gezielte Aufklärung und Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe über die Risiken des Fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss sind wirksame Mittel zur Unfallvermeidung in der besonders gefährdeten Altersgruppe der 18 bis 24-jährigen Fahrer“, erklärt Dr. Regina Kostrzewa von der LSSH. Die Referentin für Suchtprävention leitet das Projekt und hat in Dithmarschen mit der Brauerei und Jens Wrigge zwei Partner gefunden.

„Wir stehen dem Projekt sehr offen gegenüber und würden uns wünschen, dass möglichst viele unserer Fahrschüler an dieser freiwilligen Schulung teilnehmen“, so Wrigge. Zukünftig könnte er sich vorstellen, den 90-minütigen Vortrag in regelmäßigen Abständen anzubieten. „Wir wollen dies nicht mit erhobenem Zeigefinger machen, sondern vielmehr den jungen Menschen einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol aufzeigen“, sagt Kostrzewa.

In dem Projekt gehen so genannte Peers, dass heißt Gleichaltrige, in Fahrschulen. Sie informieren die jungen Fahranfänger über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr und diskutieren über mögliche Folgen. Gerade in ländlichen Gebieten seien Aktivitäten fast immer mit dem Autofahren verbunden sind. Wie gefährlich das Fahren unter Alkoholeinfluss ist, zeigt Monika Kwiatkowska den Interessierten in der Marner Fahrschule. Bereits ab 0,3 Promille hat der Fahrer Schwierigkeiten beim Bremsen und Abbiegen. Der Beginn der absoluten Fahruntauglichkeit liegt bei 1,1 Promille. „Mit steigender Promillezahl verändert sich die Fahrweise enorm. Da bei 0,3 Promille bereits das Unfallrisiko erhöht ist, gilt ab diesem Wert bereits der Straftatbestand. Es folgt die Kürzung der Versicherungsleistung bis hin zur Löschung des gesamten Kfz-Versicherungsschutzes. „Die jungen Fahranfänger begeben sich genauso wie erfahrene Autofahrer in ein gesundheitliches und finanzielles Risiko“, weiß Kwiatkowska und zeigt Möglichkeiten auf, wie Alkoholfahrten vermieden werden können. „Während Mädchen eher reagieren, wenn man erklärt wie viele Kalorien Alkohol hat, werden die Jungen eher aufmerksam, wenn man ihnen erklärt, dass zu viel Alkohol Potenzschwierigkeiten hervorruft. Cooler ist es also, weniger zu trinken. Dabei sind alkoholfreie Cocktails eine gute Alternative.“

„Wir sind froh, wenn wir helfen können, die Fahranfänger für dieses Thema zu sensibilisieren“, bestätigt Petra Elsen von der Dithmarscher Brauerei. Denn: „Wir produzieren alkoholische Produkte, die genossen werden sollen, aber nicht in jeder Lebenslage“, ergänzt Doris Torn vom Norddeutschen Brauereiverband.

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