Alkohol-Check für Jugendliche

Leiterin und Teilnehmerin beim Spiel 'Alkohol-Check - einer kippt': Lisa Wilke (links) und Saskia Merbitz. Foto: Hinz (2)
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Leiterin und Teilnehmerin beim Spiel "Alkohol-Check - einer kippt": Lisa Wilke (links) und Saskia Merbitz. Foto: Hinz (2)

Teilnehmer aus dem Kreis Steinburg nahmen an der Aktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung teil

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31. März 2011, 07:49 Uhr

Glückstadt | Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol - dies vermittelte ein Workshop in der Jugendherberge. Dort wurden an zwei Tagen zehn Jugendliche aus Steinburg zwischen 16 und 20 Jahren an das Thema herangeführt. Sie kamen aus verschiedenen Jugendgruppen in Glückstadt, Lägerdorf, Itzehoe und Wilster.

Die Aktion "Alkohol Checker" wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Landesstelle für Suchtfragen in Kiel entwickelt und wird in diesem Jahr in zehn Städten in Schleswig-Holstein angeboten. Die Leitung in Glückstadt hatten Lisa Wilke und Karolina Gren aus Kiel. Sie vermittelten den Teilnehmern Techniken eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Alkohol. "Die Jugendlichen sollen den Gedanken an ihre Altersgenossen weitertragen", schilderte Karolina Gren. Durch ihr Auftreten unter Freunden und in der Öffentlichkeit sollen sie Vorbildfunktion übernehmen.

Die Teilnehmer erhielten eine Box mit Cocktailzubehör und eine Anleitung für alkoholfreie Cocktails. Und damit sie diese auch zubereiten konnten, kamen die Jugendlichen in den Genuss eines Cocktail-Workshops. Beim Spiel "Alkohol Check - einer kippt" wurde Wissen auf interaktive Art und Weise vermittelt, denn die Spieler mussten mit Händen und Füßen verschiedene Felder eines Spielfeldes berühren. Hatten sie zuviel imaginär zu viel getrunken, kippten sie um. "Das Schwierigste ist es wohl, sich nicht übers Maß zu betrinken und zu wissen, wann Schluss ist", so Karolina Gren.

Verteilt wurden auch zwei Handbücher mit allgemeinen Informationen darüber, wie Jugendliche mit Gruppendruck umgehen und was sie in Extremsituationen machen sollen. "Sie müssen wissen, welche Gefahren und Risiken das Alkoholtrinken in sich birgt, dass sie nichts trinken sollen, wenn sie Medikamente eingenommen haben, dass sie aufs Mischungsverhältnis achten und dass sie sich nicht auf Trinkwettbewerbe einlassen", so Karolina Gren.

Außerdem sollten sie sich nicht an älteren Jugendlichen orientieren, Mädchen nicht an Jungen, da in beiden Fällen ein Unterschied in der Wirkung des Alkohols besteht.

Die Jugendlichen lernten ebenfalls, wie sie im Umgang mit betrunkenen Jugendlichen reagieren sollten, ohne den andern zu verschrecken. "Da man Aussagen auf verschiedene Arten wahrnehmen kann, gibt es das ,Vier-Ohren-Modell, das diese Wahrnehmungen beschreibt", schilderte Lisa Wilke.Auch das "Aktive Zuhören" durch Nicken und Zustimmen, aber ohne Kommentieren des Gehörten erleichtere die Kommunikation. Wie man beim Thema Alkohol vernünftig reagiert, übten die Teilnehmer an praktischen Beispielen.

Für die jugendlichen Teilnehmer war vieles neu. Saskia Merbitz aus Rethwisch (16) nahm gemeinsam mit Annika Hildebrandt aus Lägerdorf teil und erzählte: "Wir wollen so etwas in unsrem Jugendraum der Gemeinde in Lägerdorf auch veranstalten." Vieles war für sie unbekannt. "Wir haben viel erfahren darüber, wie man Sucht erkennt und wie sie entsteht." Ihre Eindrücke nehmen sie nun mit und benutzen sie in ihrem Jugendraum. "Wir wollen auch Partys ohne Alkohol anbieten. Und diese Aktion zeigt gut, wie das geht."

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