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schlechte Radwege : Albtraum-Strecke für Radfahrer

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Steinburgs Gemeinden klagen über marode Landesstraßen. Besonders schlimm steht es um die Radwege an der L119 bei Grevenkop. Schuld daran ist vor allem mangelnde Pflege.

shz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 05:45 Uhr

Rund 3600 Kilometer Landesstraßen gibt es in Schleswig-Holstein. 1400 davon sind marode. Besonders schlimm ist die Situation auch auf Steinburgs Radwegen. Dicke Risse in der Decke, wucherndes Unkraut am Rand und zentimeterhohe Buckel auf der Fahrbahn machen jede Sonntagstour zur abenteuerlichen Rallye. „Es gibt Eltern, die lassen ihre Kinder nicht mehr auf den Radwegen fahren“, weiß Hans-Otto Schröder, Bürgermeister von Grevenkop. Zusammen mit seinen Amtskollegen aus den umliegenden Gemeinden hat er deshalb die vier Politiker Oliver Kumbartzky (FDP), Birgit Herdejürgen (SPD), Mark Helfrich (CDU) und Andreas Tietze (Grüne) eingeladen, um ihnen den Ernst der Lage direkt vor Ort zu demonstrieren.

Gerade einmal zehn Jahre ist der Radweg an der L119 bei Neuenbrook alt. Doch von der schönen eineinhalb Meter breiten Fahrbahn, die im Zuge der Umgehung Krempe gebaut wurde, ist nicht mehr viel zu sehen. „Es verkommt einfach, der Grünbewuchs macht die Straße kaputt“, so Hans-Otto Schröder. Seit aufgrund eines Beschlusses in den 1990er Jahren auf den Grünstreifen nicht mehr gespritzt werden darf, kriegen die Straßenmeistereien das Unkraut nicht in den Griff. Schröder: „Das Wasser kann nicht mehr ablaufen, es gibt Aquaplaning.“ Außerdem werde zu wenig und zu spät gemäht, zweimal im Jahr ab Ende Mai – das reiche nicht aus, betonte Amtsvorsteher Harm Früchtenicht. An den Straßenrändern sehe das nicht anders aus – durch Unkraut und Schmutz an den Fahrbahnrinnen könne auch hier das Wasser nicht ablaufen.

Dass die Landesregierung die Straßen und Radwege so verkommen lässt, ärgert die Dorfoberhäupter. „Wir geben uns in den Kommunen die allergrößte Mühe, unsere Wege in Ordnung zu halten. Aber hier passiert einfach gar nichts“, so Hans-Otto Schröder. Amtskollege Peter Mohr aus Borsfleth sah das ähnlich: „Das ist Volksvermögen, das hier verkommt.“ Mähen alleine reiche nach Meinung der Bürgermeister nicht aus. Sie plädierten eher für den Einsatz moderner und biologisch abbaubarer Spritzmittel. „Straßen und Wege sind bauliche Anlagen und keine Biotope. Man müsste auch nur einen schmalen Streifen spritzen, und nicht die ganze Grünfläche“, betonte Schröder.

Darüber, dass in puncto Radwege endlich etwas passieren muss, waren sich die Politikern einig. Und die Chancen stehen nicht schlecht: 37 Millionen Euro stehen in diesem Jahr für die Landesstraßen zur Verfügung. „Das ist so viel wie noch nie“, sagte Andreas Tietze, Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag. Mit Sanierung oder Neubau sei es jedoch nicht getan – auch für die Instandhaltung müsse gesorgt sein.

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