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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 14:16 Uhr

Albtraum in Heider Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dramatische Szenen bei Großbrand in der Fußgängerzone / Passanten retten Kleinkind / Zehn Menschen verletzt

Es ist der Albtraum aller Rettungskräfte – ein Großbrand in der dicht besiedelten und eng bebauten Einkaufszone Süderstraße. Ein solches Feuer ist gestern Morgen mitten im Zentrum von Heide ausgebrochen. Zwei kombinierte Wohn- und Geschäftshäuser sind dabei schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Brandursache und Schadenshöhe sind noch unbekannt. Nach Informationen des Rettungsdienstes wurden zehn Menschen verletzt, drei davon schwer. Auch ein Feuerwehrmann musste sich in Behandlung begeben, er war vermutlich von einen Stromschlag getroffen worden.

In der Süderstraße meldeten Anwohner gegen 9 Uhr einen Brand im bewohnten Obergeschoss der Buchhandlung „Erlesenes“ gegenüber der Post. „Der Brandherd lag im Gang in der engen Zwischenbebauung und hat sich von dort aus in das Treppenhaus verlagert. Bald darauf schlugen die Flammen auf den Dachstuhl des Nebengebäudes über“, berichtete Matthias Scheel, Einsatzleiter der Heider Feuerwehr. Nach deren Alarmierung rückten umgehend weitere Gruppen der Nachbarwehren aus Hemmingstedt/Lieth, Weddingstedt, Süderholm und Lohe/Rickelshof aus. Insgesamt waren mehr als 80 Feuerwehr- und Rettungskräfte vor Ort im Einsatz.

Bis diese eintrafen, spielten sich in einem der Gebäude teils dramatische Szenen ab, wie Helmuth Möller, Mitarbeiter unserer Zeitung, berichtete. Er wurde zufällig Augenzeuge und half bei den ersten Rettungsarbeiten. „Menschen bemerkten aufgerissene Fenster und hörten markerschütternde Hilfeschreie einer Frau, die einen Säugling auf dem Arm aus dem Fenster hielt.“ Improvisierte Rettungsversuche von Passanten und Anwohnern hatten schließlich Erfolg. „Eine Helferin lief unter berstenden Scheiben hindurch zur Rückseite des Hauses und übernahm eiligst ein nur dünn bekleidetes Kind und wickelte es in ihren Mantel ein“, erzählte Möller.

In der Folge war es dem zügigen Einsatz der Atemschutzträger zu verdanken, dass aus dem Haus, in dem der Brand ausbrach, neun Personen, unter ihnen drei Kinder und zwei gehbehinderte ältere Menschen, gerettet werden konnten. Zu deren Erstversorgung hatte die Einsatzbereitschaft des Heider Roten Kreuzes im benachbarten Bürgerhaus eine Behandlungsstelle eingerichtet. „Dort haben wir sie gesichtet, um sie dann in umliegende Krankenhäuser zu bringen“, erklärte Christian Mandel vom Rettungsdienst gegenüber unserer Zeitung. Seinen Angaben zufolge trugen die Verletzten Rauchgas-Vergiftungen davon.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde die Fußgängerzone rund um den Einsatzort über mehrere Stunden gesperrt. Anlieger in der Innenstadt wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zahlreiche Schaulustige säumten in dieser Zeit das Umfeld, zückten ihre Handys, um Aufnahmen vom Geschehen zu machen. „Es gab aber keinerlei Stress oder Konfrontation mit neugierigen Leuten. Wir haben sie mit unseren Kräften abgehalten, sich dem Einsatzort zu nähern und die Arbeiten zu behindern“, berichtete Thomas Schulz vom Heider Revier. Gegen Mittag meldeten die Löschtrupps, dass das Feuer unter Kontrolle sei. Bis in die Nachmittagsstunden wurde aber sicherheitshalber nach Glutnestern gesucht. Bezüglich der Brandursache nimmt die Kriminalpolizei heute ihre Ermittlungen auf.

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