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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 05:17 Uhr

Bildung : Albig besucht plietsche Schüler

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ministerpräsident macht auf seiner Sommertour Halt im Marner Gymnasium und informiert sich über den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt.

von
erstellt am 28.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Davon war Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig angetan: Die Schüler des Physikprofils am Marner Gymnasium beschäftigten sich mit Windenergie. Dafür erhielten sie im vorigen Jahr den Innovationspreis „Plietsche Lüüd“ aus dem von der EU geförderten Programm LandZukunft. Die „klugen Leute“ aus Marne hatten den Sieg in der Kategorie Naturwissenschaften errungen.

Albig war nicht nur begeistert, dass sich die Jugendlichen mit erneuerbarer Energie befassten, sondern auch von dem Konzept, das dahinter steht. Denn der Innovationspreis würdigte auch die praxisbetonte Zusammenarbeit mit Unternehmen. Die BeBa Energy in Hemmingstedt vermittelte Know-How ebenso wie der Windanlagenzertifizierer MOE Möller aus Itzehoe und Repower als Hersteller von Windkraftanlagen. Und die Fachhochschule Westküste in Heide gehörte als wissenschaftlicher Pojektpartner dazu.

Vom Preisgeld schaffte sich die Schule Gerät für den Physikunterricht an, darunter einen kleinen Windkanal, der die Kräfte durchströmender Luft sichtbar machen hilft. Dass sich bereits Schüler mit in ihrer Umgebung eigentlich alltäglicher Windkraft befassen, sei ein Schritt in die richtige Richtung, lobte Albig. Denn Windenergie habe nicht nur zum Ziel, „Strom in den Süden zu lenken“. Vielmehr sei dies ein für das nördlichste Bundesland bedeutender Wirtschaftsfaktor. „Dafür brauchen wir Ingenieure!“, so der Ministerpräsident. „Es ist ganz wichtig, dass junge Leute erkennen, Physik ist nicht nur das Auswendiglernen von Formeln, sondern äußerst spannend.“ Dies zu vermitteln sei der Marner Bildungsstätte offenbar gelungen. Albig: „Das Gymnasium ist vorbildlich in seinem naturwissenschaftlichen Arbeiten.“

Dazu gehört für die Schule auch ein Folgeprogramm von „Plietsche Lüüd“: Denn bereits in der Mittelstufe soll das Interesse für Naturwissenschaften geweckt werden. Hier setze, so Schulleiter Frank Beckmann, „Lütte Ing“ ein. Dieses mit 5000 Euro geförderte Projekt befasst sich dem Bau einer Energiemess-Station auf dem Schulgelände. Gern hätte Beckmann auch eine Kleinwindkraftanlage dazu gestellt. Doch einen entsprechenden Förderantrag lehnte die AktivRegion ab. Und ohne finanzielle Förderung, so der Oberstudiendirektor, sei eine Umsetzung nicht möglich. Ob sich das Land bestimmte Förderprogramme für Gymnasien vorstellen könnte, wollte Torsten Albig gegenüber unserer Zeitung nicht sagen.

Immerhin, das Marner Gymnasium liegt noch im Dunstkreis des Brunsbütteler Industriegebiets, kommt immer wieder mal in den Genuss von Zuschüssen aus der Wirtschaft. Dass diese die Schule gerade im naturwissenschaftlichen Bereich ein gutes Stück nach vorne bringen können, machte Physiklehrer Jörg Dewitz deutlich. Das Projekt Planetenpfad etwa sei auf diese Weise unterstützt worden. Dabei haben Schüler eine Radtour entwickelt, deren einzelne Stationen maßstabsgerecht den Aufbau unseres Sonnensystems zeigen – mit dem Endpunkt in Friedrichskoog. Und ebenfalls mit beträchtlichen Zuschüssen konnte Dewitz Geräte für den Astronomieunterricht anschaffen. Seit 2011 ist die Sternenkunde ein Wahlpflichtfach am Marner Gymnasium, eine beliebte Alternative zur dritten Fremdsprache.

„Die Schüler brauchen begeisterte Lehrer“, stellte Albig fest. Dann könne der Funke für ein zuweilen mit Vorurteilen belegtes Fachgebiet überspringen. „Vielleicht hätte ich dann auch Biologie studiert“, bekannte der Jurist, wenn nämlich zu seiner Zeit mehr spannende Praxis in den Schulunterricht eingeflossen wäre.

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