zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 00:51 Uhr

Finanzloch : Alarm aus dem Hablik-Museum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Stiftung macht deutlich: Ohne höheren Zuschuss kann die Itzehoer Einrichtung nicht weitermachen.

Es geht um die Existenz des Wenzel-Hablik-Museums. Die Defizite steigen, deshalb hat die Wenzel-Hablik-Stiftung bei der Stadt einen höheren Zuschuss beantragt. Jetzt denkt erst einmal die Politik darüber nach.

Die Stiftung stehe mit dem Rücken an der Wand, verdeutlichte Vorsitzender Harald Brommer im Ausschuss für städtisches Leben: „So, wie es jetzt geht, wird es nicht mehr weitergehen.“ Für dieses Jahr wird derzeit mit einem Minus von fast 19 000 Euro kalkuliert. Zwar gibt es nach einer Absage vom Kreis (siehe gesonderter Bericht) noch die Hoffnung auf höhere Einnahmen durch die Zugkraft der gerade angelaufenen Friedel-Anderson-Ausstellung. Das könne den Verlust deutlich senken, aber nicht auffangen. Deshalb beantragte die Stiftung einen Fehlbedarfszuschuss für dieses Jahr.

Viel entscheidender, so Brommer, sei aber der Wunsch nach einer dauerhaften Erhöhung der Zuwendung, damit mit der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Stiftung ein nachhaltiger Museumsbetrieb gewährleistet werden könne. 45 000 Euro kommen aktuell jährlich von der Stadt. 2012 hatte die Politik diese Summe für die Zeit bis 2017 festgelegt. „Ein wichtiger Schritt“, sagte der Stiftungsvorsitzende. Anfang des Jahrtausends habe der Zuschuss aber noch bei umgerechnet rund 55 000 Euro gelegen. Angesichts einer Kalkulation, die für 2015 ein Minus von fast 42 000 Euro ergibt, bestehe die große Gefahr einer verschleppten Insolvenz. Selbst wenn der Verlust noch durch Einsparungen und Einwerben von Spenden – was immer schwerer werde – reduziert werden könne, zu erwarten sei ein Loch, das existenzgefährdend für Museum und Stiftung sei. Daran änderten selbst weniger Ausstellungen oder Abbau von Personal nichts. Im Hablik-Museum arbeiten die Leiterin und eine Volontärin.
Notfalls müsse auch die gerade erfolgreich angelaufene Kooperation mit Schulen „eingestampft“ werden, sagte Brommer. Er betonte die Bedeutung des Museums für die Region, aber auch dessen Ausstrahlung weit über Itzehoe hinaus, zum Beispiel durch die ständig steigende Zahl an Leihgaben für nationale und internationale Museen. Es gehe um eine Richtungsentscheidung: „Wollen wir dieses Museum so, wie es ist, dann brauchen wir mehr Geld.“

„Ein Dilemma“, sagte Heinrich Kracht (CDU) mit Blick auf die Haushaltslage. Ausschussvorsitzende Eva Gruitrooy (Bündnis 90/Grüne) erinnerte an die brechend volle Vernissage der Friedel-Anderson-Ausstellung: Das Museum sei ein Magnet weit über die Grenzen der Stadt hinaus. „Wir haben in Itzehoe nicht so viele Highlights, mit denen wir uns hervorheben können.“ Nächste Sitzung: Ende Oktober.


Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen