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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 19:44 Uhr

Gitarren-konzert : Al di Meola begeistert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ausverkauftes Haus: Al Di Meola bietet im theater itzehoe ein breites Programm von Beatles-Songs bis zu spanischer Folklore.

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2014 | 05:00 Uhr

Für seine Darbietung brauchte er keine pompöse Show. In einem spartanischen Bühnenbild, das aussah wie ein unaufgeräumter Übungsraum, lediglich mit bunten Lichteffekten untermalt, präsentierte sich Gitarren-Meister Al Di Meola mit seinem Programm „Beatles and more“ im ausverkauften theater itzehoe.

Gemeinsam mit seiner Band bettete er seine aktuelle CD „All Your Life: A Tribute to The Beatles“ – 2013 aufgenommen in den Abbey Road Studios in London – in ein Gesamtprogramm aus Titeln seiner mittlerweile fast 30 Alben ein. Mehr als zwei Stunden lang hielten die Musiker ihr Publikum in Atem.

Der italo-amerikanische Fusion- und Jazz-Gitarrist aus Jersey City, der mit richtigem Namen Al Laurence Dimeola heißt, faszinierte mit der hohen Geschwindigkeit seines Spiels. Das schien er immer noch zu steigern, bewahrte dabei aber stets einen sauberen Ton. Er gab nicht nur einige Kostproben als Solist auf der elektro-akustischen Gitarre, sondern spielte auch mit Tina Guo (Cello), Mario Parminsano (Piano) und Peter Kaszas (Drums) sowie dem Stursz-Quartett (Violine, Cello) beispielsweise den marokkanisch inspirierten Titel „Mawazine, Part 1“, eine „brandneue Ballade“ nur mit Klavierbegleitung und zahlreiche Beatles-Titel wie etwa „Eleanor Rigby“ sowie Kompositionen von John Lennon oder Paul McCartney wie „Blackbird“.

Der seit 1972 international erfolgreiche, mehrfach ausgezeichnete und auch als „schnellster Gitarrist der Welt“ bekannte Musiker verarbeitet in den Songs diverse Stile von spanischer Folklore über Jazz bis zum Rock. Vorbild ist dabei auch der argentinische Tangomeister Astor Piazolla.

Ähnlich die Songs in ihrem Aufbau: Nach einem sanften, langsamen Beginn schwollen sie meist zu einem minutenlangen Klangteppich an, von dem sich das Publikum – am besten mit geschlossenen Augen – hinwegtragen lassen konnte. Schließlich gab es den nur auf einen Punkt zulaufenden und mit einem gleichzeitig gespielten Ton endenden, furiosen und abrupten Schluss – und frenetischen Applaus.

Der Gitarrist erläuterte, dass mit der Produktion dieser CD sein Traum in Erfüllung gegangen sei, die großen Beatles-Vorbilder und das Klang-Universum von Lennon/McCartney auf die eigene Art zu interpretieren. „In ihrer Aura zu arbeiten, ist die großartigste Erfahrung in den vergangenen 30 Jahren.“

Das Publikum bedankte sich seinerseits nicht nur durch fast atemloses Zuhören, sondern auch mit donnerndem Applaus. In der Pause wurde das Gehörte bei Bier oder einem Glas Wein diskutiert. Eine Gruppe war zum Beispiel aus Aukrug nach Itzehoe gekommen. Ingrid Kreftschmeißner freute sich: „Es ist faszinierend, wie er seine Gitarre beherrscht und wie schnell er spielen kann.“ Ihre Freundin Annette Orschulik war froh über das Live-Erlebnis: „Wir haben einen wunderbaren Blick. Es herrscht eine nette Atmosphäre auf der Bühne. Man merkt, dass sich die Musiker untereinander gut verstehen.“ Jutta Andresen bemerkte: „Durch den Schlagzeuger wird die Musik noch eindringlicher.“ Ihr Mann Andreas Andresen fand vor allem die Beatles-Interpretationen gut gelungen. „Und das marokkanische Stück gefällt mir auch sehr gut. Ich habe vorher erst einmal die alten Platten herausgesucht.“

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