Heimatverein : Aktiv für Umwelt und Kultur

In der Dörpstuuv: (von links) Helga Voss, Ulf Buhse und Martin Meyn vom Vorstand.
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In der Dörpstuuv: (von links) Helga Voss, Ulf Buhse und Martin Meyn vom Vorstand.

Der Verein „Für Kollmar“ sucht jüngere Mitstreiter.

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08. Mai 2015, 05:00 Uhr

Kollmar | Wer in Kollmar am Deich durch die Schulstraße fährt, dem fällt das reetgedeckte Haus mit der Nummer sechs besonders auf. An der Wand sind Schautafeln und Hochwassermarkierungen angebracht, auf dem Vorplatz neben einem Steinwall stehen Infotafeln, und eine Seetonne ist unter einem Schutzglas aufgestellt. Diese maritime Ausgestaltung ist durch den Heimatverein Kollmar entstanden, der auf eine 25-jährige Vereinsgeschichte zurückblickt.

Zu diesem Anlass hatte der Verein in das Haus der Elmshorner Wanderpaddler eingeladen, in dem die Gemeinde einen Raum als „Dörpstuuv“ für die Nutzung durch ihre Vereine angemietet hat. Vor den Vertretern der Gemeinde und der Dorfvereine sowie einigen Gästen erläuterte Vorsitzender Ulf Buhse die Geschichte und die Entwicklung der Vereinigung. „Eigentlich sind wir schon 30 Jahre alt, denn der Verein hat sich aus den Arbeitsgruppen entwickelt, die sich im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms im März 1985 gegründet hatten.“

Der Sprecher der Arbeitsgruppe „ortsprägende Bausubstanz“ war damals Ulf Buhse, der Sprecher der AG „Landschaftspflege, straßenbegleitendes Grün, Biotope und Gewässer“ war Jens Brockmüller. Als die Mitarbeit bei dieser Bürgerbeteiligung in den Arbeitsgruppen nachließ, war es der spätere Bürgermeister Jens Brockmüller, der die geplanten Aktionen für Kollmar in der „Arbeitsgemeinschaft Dorfentwicklung Kollmar“ weiterführen wollte. 1986 wurde als erste große Aktion das Setzen von 20 000 Weidenstecklingen zum Uferschutz nördlich des Kollmaraner Hafens bis nach Steindeich vorgenommen. Südlich des Hafens bis zur Krückaumündung war der Uferschutz von den Schafen kahlgefressen. Dort stellten die Mitglieder in Zusammenarbeit mit dem Amt für Land- und Wasserwirtschaft einen Zaun auf, um die Schafe vom Strand fernzuhalten.

Um unabhängig von der Gemeinde zu sein und selbst rechtsverbindliche Verträge anschließen zu können, gründete sich dann 1990 der Verein „AG Dorfentwicklung e. V.“. 14 Gründungsmitglieder wählten Jens Brockmüller zum Vorsitzenden und Ulf Buhse zum Stellvertreter. Von den Gründungsmitgliedern gehören heute neben Ulf Buhse noch Jochen Alisch, Klaus Kruse und Jürgen Timm dem Verein an. Buhse: „Jens Brockmüller hat unseren Verein bis zu seinem Tod 2009 entscheidend geprägt. Er hatte immer viele Ideen und hat uns ganz schön unter Dampf gehalten.“

Der Zweck des Vereins ist die Pflege des Heimatgedankens, der plattdeutschen Sprache, des Uferschutzes, der Landschaft und der Kulturwerte. 1990 wurde der bisherige sperrige Vereinsname geändert in „Für Kollmar e. V.“.

Bürgermeister Dr. Klaus Kruse überbrachte den Dank der Gemeinde: „Eine Gemeinde lebt durch die Aktivitäten ihrer Vereine. Dieser Verein hat viel für die Weiterentwicklung von Kollmar als Dorf an der Elbe getan. Durch das Anbringen von Schautafeln und der Ortspläne unterstützt er das Naturbewusstsein und informiert Touristen. Obwohl auch in diesem Verein der Nachwuchs fehlt, wünsche ich uns eine erfolgreiche weitere Arbeit.“

Unterstützt wird die Arbeit des Vereins durch die Sparkasse Westholstein. Der Kollmaraner Filialleiter Hans-Joachim Thamling: „Der Schutz von Natur und Umwelt in der Region ist ein Ziel, dass wir gerne und auch schon recht lange unterstützen, damit weiterhin die Vereinsarbeit öffentlich präsentiert werden kann.“

Der Verein besteht aus 38 Mitgliedern. Ulf Buhse wird im Vorstand unterstützt durch Martin Meyn als Stellvertreter und Helga Voss als Kassenwartin. Ulf Buhse: „Eine Verjüngung des Vereins ist dringend nötig, denn wir können nicht mehr alle unsere geplanten Aktionen durchführen. Um als Verein bekannter zu werden und unsere Ziele und Aktivitäten vorzustellen, erhalten jetzt alle Haushalte unserer Gemeinde eine gedruckte Broschüre überreicht, in der die Vereinsarbeit anschaulich dargestellt ist.“ Denn auch weiterhin will der Verein den Kollmar Kalender herausgeben, die Ausstellung „Sturmfluten und Küstenschutz“ unterhalten und Fahrten mit dem „Tiedenkieker“ anbieten.

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