Aktionstag rund um keimfreie Hände

Zeigen ihre Wachs-Hände: Knut Petscheleit und Gaby Lorenzen-Fey.
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Zeigen ihre Wachs-Hände: Knut Petscheleit und Gaby Lorenzen-Fey.

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11. Juni 2014, 05:00 Uhr

„Mit der Händedesinfektion ist es wie mit Geschwindigkeits-Schildern an der Autobahn“, weiß Knut Petscheleit, Hygienefachkraft am Klinikum Itzehoe: Jeder weiß, dass er nicht rasen darf, aber viele machen es trotzdem. Und jeder weiß, dass er die Hände desinfizieren muss, aber man muss immer wieder daran erinnern. Denn in der Alltagsroutine, wenn die Zeit drängt, wird die Desinfektion manchmal etwas lax gehandhabt. Dabei ist sie durchaus wichtig – denn ein Großteil aller Infektionen sind Schmierinfektionen, bei denen die Krankheitserreger durch Berührung übertragen werden. Die Hände-Desinfektion ist ein Mittel, um das zu verhindern.

Deshalb wurde am Klinikum ein Aktionstag auf die Beine gestellt. Er richtete sich in erster Linie an Mitarbeiter. „Diese tragen den Gedanken dann auch mit zu den Patienten“, so Petscheleit. „Wir wollen die Sensibilität für das Thema erhöhen – in der Hoffnung, dass auch im Alltag daran gedacht wird“, erläuterte Gaby Lorenzen-Fey, Leitende Hygienefachkraft.

An verschiedenen Stationen konnten Tipps und Informationen rund um die Hände-Desinfektion eingesammelt werden – doch auch das eigene Ausprobieren kam nicht zu kurz. So lieferte eine Schwarzlicht-Kiste, in die man die mit Desinfektionsmittel bearbeiteten Hände stecken konnte, einige Aha-Erlebnisse. „Das Problem ist, dass man das Desinfektionsmittel nicht sieht“, sagte Knut Petscheleit. So wisse man auch nicht, ob man es überall gut verteilt hat. „Der Daumen ist ein Problem“, das zeigte sich auch unter Schwarzlicht. „Es ist der Klassiker, dass er vergessen wird. Deshalb gibt es solche Aktionstage, um das zu zeigen. Es gerät im Alltag in der Routine schnell in Vergessenheit.“

Wie angebracht Desinfektion ist, zeigte sich spätestens in der Foto-Ausstellung, die Schüler der Gesundheits- und Krankenpflegeschule aufgebaut hatten. Anhand verschiedener Tagesetappen wurde dargestellt, was man im Alltag alles anfasst. „Das ist uns gar nicht bewusst, weil es so selbstverständlich ist“, erklärte Tanja Nispel. Schon vor dem Start in den Arbeitstag kommen Menschen mit unzähligen Gegenständen – und potenziellen Keimträgern – in Berührung, vom Wecker über die Dose mit dem Katzenfutter und den Geldautomaten bis zum Haltegriff im öffentlichen Verkehrsmittel. Und auch im Klinikum selbst gibt es hunderte Berührungen, ob es das Blutdruckmessgerät ist oder der Knopf im Aufzug. „Wenn man das sieht, erkennt man, dass es besser ist, wenn man sich die Hände desinfiziert“, weiß Tanja Nispel. „Es geht um unsere Gesundheit.“

Wer alle Info-Stände und Stationen, zu denen unter anderem das Fitness-Studio Medifit gehörte, durchlaufen hatte, erhielt schließlich als Belohnung auch ein bleibendes Erinnerungsstück: Die Teilnehmer konnten einen Wachsabdruck ihrer Hand anfertigen lassen. „Das kommt sehr gut an“, freute sich Knut Petscheleit.

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