Am Wochenende : Ahnentreffen mit Tradition

Mit Familienwappen: Manfred von Hadel aus Rosdorf präsentiert bei einem Ahnentreffen die jahrhundertealte Geschichte seiner Familie.
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Mit Familienwappen: Manfred von Hadel aus Rosdorf präsentiert bei einem Ahnentreffen die jahrhundertealte Geschichte seiner Familie.

Der Rosdorfer Manfred von Hadel hat 64 Nachkommen verschiedener Familien mit gemeinsamer Vergangenheit eingeladen

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01. Juni 2014, 09:00 Uhr

Als Manfred von Hadel (67) aus Rosdorf einen Anruf von Ralf Postel aus Neumünster bekam, der als Hobby Ahnenforschung für Adelshäuser betreibt, da war er zunächst einmal überrascht, was das mit ihm zu tun haben könnte. Der Anrufer ist im Lauf seiner Forschungen auf den Namen „von Hadel“ gestoßen und hat Material über die Familie zusammen getragen. Die Familie „von Hadel“ kann auf eine lange Tradition zurück blicken. Sie setzt sich zusammen aus mehreren Familien, in denen der Name „von Rosen“ auch stark vertreten ist; abzulesen in zwei jahrhundertealten Familienwappen.

Um die verschiedenen Nachkommen von heute einmal zusammen zu bringen, hat er nun zu einem großen Familien- und Ahnentreffen geladen. Am Sonntag, 1. Juni, kommen sie ab 14 Uhr bei ihm in Rosdorf auf der Diele zusammen. 64 Personen haben sich angesagt, alle aus dem näheren oder auch ferneren Schleswig-Holstein, aus Krumstedt, Kuden, Wesselburen, Ebbenbühren, Meldorf, nur einer reist aus Stade an.

Die Geschichten der Familien reichen zurück bis ins Jahr 1050 (von Hadel) und 1185 (von Rosen), auch dies belegt durch ein Familienwappen. „Das wusste ich selbst nicht“, ist Manfred von Hadel immer noch erstaunt.

Im Programm des Tages will der Gastgeber zuerst einmal die bislang erzielten Erkenntnisse der Ahnenreihe erläutern und etwas zum Zustandekommen des Treffens erzählen. Dann sollen sich die Teilnehmer einzeln vorstellen, bevor es zu Kaffee und Kuchen übergeht.
Schließlich können sich die Gäste untereinander kennen lernen, das Ende ist offen. „Da die wenigsten von ihnen wegen Heirat noch den ursprünglichen Familienamen haben, ist es interessant zu sehen, wer wohin gehört und wohin sie ihr Lebensweg geführt hat“, findet Manfred von Hadel.

Einige kennen sich schon, denn zwei von ihnen waren bereits bei ihm zu Besuch und fanden das Thema so interessant, dass auch sie zu dem Treffen geraten haben. Ein großer Teil ist schon in Rente, viele bringen ihre Enkel und Urenkel mit. Die meisten der Besucher kennt der Gastgeber selber noch nicht. Nicht anwesend sein kann allerdings der Ahnenforscher Postel, der zu dem Zeitpunkt der Feier gerade in Lettland weilt.

„Ich besitze ein altes, vergilbtes Schwarz-Weiß-Bild meiner Großeltern väterlicherseits in Wesselburen im Kreise ihrer Familie aus dem Jahr 1921“, erzählt er, auf dem auch sein Vater Georg Gustav von Hadel und seine Oma Anna Maria, geborene Mannshart, abgebildet sind.

Oftmals kommt auch der Name „von Hadeln“ vor, weil – wie in seinem Namen – das Endungs-„n“ in Behördenschriftstücken hier und da weg gefallen ist. „Das wieder hinten anzuhängen, kann man beantragen im Berliner Heeresamt“, sagt Manfred von Hadel, „das muss man aber bezahlen, und das muss ich nicht haben.“ So bleibt er erst einmal ein „von Hadel“.

Es gibt in der weiteren Bundesrepublik noch Angehörige, die er noch nicht eingeladen hat, wie etwa Michael Freiherr von Hadeln, der bei Berlin wohnt, oder Dr. Werner von Hadel, der eine Chronik von Büsum geschrieben hat.

Weiterhin hat er gehört, dass in dem Kurort Büsum auf dem Friedhof ein riesiger Gedenkstein der Familie steht. „Den habe ich selber noch nicht gesehen, würde ihn mir aber gerne einmal angucken.“ Falls es sich nun ergeben sollte, dass das Treffen ein Erfolg wird, dann will er das auch wiederholen und den Kreis später um die weiteren Familienangehörigen aus ganz Deutschland erweitern. Vielleicht ist dann ja auch der Ahnenforscher mit dabei, der das ganze Thema erst angestoßen hat.

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