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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 21:27 Uhr

Spurensuche : Ahnenforschung bis nach Chile

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Ehepaar aus den Niederlanden forscht im Kirchenkreisarchiv in Wrist nach ihren Ahnen – und wird fündig. Spuren führen nach Glückstadt und bis nach Chile.

Wenn Diana und Christoph Kay nach ihren Vorfahren forschen, dann überwinden sie dabei Ländergrenzen und sogar Kontinente. Chile, Großbritannien und die Niederlande sind Stationen ihrer Zeitreise durch den eigenen Stammbaum. Und zurzeit laufen die Fäden im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf zusammen. Soeben hat das Ehepaar Glückstadt besucht, um den Vorfahren von Christoph Kays Mutter auf die Spur zu kommen. Die Recherchen führen die beiden direkt in das Kirchenkreisarchiv in Wrist. Dort verwahrt der Kirchenkreis rund 500 Zweitschriften der Kirchenbücher seiner Gemeinden aus vier Jahrhunderten – darunter Tauf-, Trauungs- und Sterberegister. Alle Bücher sind verfilmt und auf Fiches einzulesen.

„Hier gibt es viel zu entdecken, sobald man die alte Schrift lesen gelernt hat“, sagt Diana Kay und zeigt auf unleserlich scheinende Schnörkel auf der vergilbten Seite eines Hefts. Im Entschlüsseln der handschriftlichen Einträge ist die Britin, die sich seit Jahren mit den Stammbäumen ihrer Familien beschäftigt, bereits geübt. Vor zwei Jahren hatte sie schon in Wewelsfleth an der Familiengeschichte geforscht.

Die Spuren der Vergangenheit führten nach Glückstadt. Die Vorfahren von Christoph Kay hatten Gastwirtschaften in Wewelsfleth, waren Bauern im Umkreis von Glückstadt und hatten Schlachtereien in Glückstadt selbst. Zwei Brüder wurden Schiffskapitäne und holten aus Südamerika Düngermittel und Waren für die heimischen Bauernhöfe. Ein Zweig der Familie führt auch in die Historie einer alteingesessenen Apothekerfamilie in Glückstadt. Die Familie besaß dort die städtische Apotheke von 1772 bis 1905. „Im Detlefsen Museum in Glückstadt sind Teile daraus ausgestellt“, erzählt Christoph Kay. Einige seiner Vorfahren sind schon 1870 nach Chile ausgewandert.

Und so ist das zentrale Archiv des Kirchenkreises nicht nur ein Ort der Vergangenheit. Für viele ist es weit mehr als eine Lagerstätte für 500 alte Bücher und andere Zeugnisse längst vergangener Zeiten. Ganz im Gegenteil: Mit Hilfe der historischen Archivalien rückt die persönliche Vergangenheit plötzlich ganz nah ins Jetzt. Für die Ahnenforscher, die hierher kommen, ist mit einem Griff ins Bücherregal die Familiengeschichte auf einmal ganz nah.

Christoph Kay freut sich indes, dass das Kirchenkreisarchiv die historischen Schriftstücke zentral und professionell lagert. „Wir können stöbern, forschen und Urkunden ausdrucken, das klappt wirklich gut“, sagt der Chilene. Schade findet er hingegen, dass viele Friedhöfe die Grabsteine nicht fotografieren, bevor die Gräber nach 30 Jahren eingeebnet werden. „Wir Ahnenforscher beginnen mit den Recherchen ja meist auf dem Friedhof“, erläutert er. Was den Familienstammbaum betrifft, so ist das Ehepaar Kay überzeugt, dass einige wichtige Lücken mit dem Besuch in Wrist geschlossen werden können.




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