Glückstadt : Agentur für Arbeit zahlt Führerschein

Können den Führerschein jetzt in Angriff nehmen: Katja Lenschau und Fahrlehrer Hartmut Daniel. Foto: Reimers
Können den Führerschein jetzt in Angriff nehmen: Katja Lenschau und Fahrlehrer Hartmut Daniel. Foto: Reimers

Katja Lenschau hat Aussicht auf eine neue Stelle. Voraussetzung dafür: ein Führerschein. Die Agentur für Arbeit zeigt sich flexibel und bezahlt einen Teil dazu.

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09. März 2011, 08:36 Uhr

Glückstadt | Der Schreck saß ihr in den Knochen: Katja Lenschau befürchtete, dass ihr Traum vom Führerschein und damit von der neuen Arbeitsstelle platzt. Denn den Führerschein braucht die arbeitslose Glückstädterin, um am 1. April fest eingestellt zu werden. Jetzt nimmt alles ein gutes Ende: Die 25-Jährige kann ihren Führerschein machen, sie bekommt von der Agentur für Arbeit einen Zuschuss von 1000 Euro. Und damit ist ihr der neue Arbeitsplatz sicher. "Es wird keine Probleme geben", sagt Gerold Melson, Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Elmshorn.
Das sah zunächst für die Glückstädterin anders aus. Sie wurde Ende vergangenen Jahres arbeitslos. Gelernt hatte die 25-Jährige ursprünglich den Beruf der Malerin und Lackiererin, arbeitete dann nach der Lehrzeit aber in anderen Berufen, unter anderem zuletzt als Verkäuferin in einer Bäckerei. "Ich will unbedingt arbeiten", sagt die Glückstädterin. Als sie arbeitslos wurde, begab sie sich auf die Suche nach einer neuen Stelle und machte im Januar ein Praktikum. Mit Erfolg: Für den 1. April hat sie die Zusage für eine Stelle als Hilfskraft in einem Büro. Dafür braucht sie aber einen Führerschein.
Fahrschülerin würde Zuschuss auch zurückzahlen
Ihr künftiger Arbeitgeber riet ihr im Januar, einen Zuschuss für den Führerschein bei der Agentur für Arbeit zu beantragen, denn ihr Arbeitslosengeld beträgt nur 543 Euro. "Ich habe keine Ersparnisse, sonst hätte ich den Führerschein auch selbst bezahlt", sagt Katja Lenschau. Sie sei auch gerne bereit, die 1000 Euro zurückzuzahlen.
Im Februar kam mündlich die Bewilligung von der Agentur für Arbeit in Itzehoe, dass sie für den Führerschein einen Zuschuss von 1000 bekommt. Doch dann der Schock: In einem Schreiben teilte die Agentur drei Wochen später mit, dass der Führerschein bis zum 1. April vorliegen muss.
Verzögerung der Prüfung ist kein Problem
Das sei nicht machbar, sagt ihr Fahrlehrer Hartmut Daniel. Abgesehen von den Fahrstunden würden zwischen der theoretischen und praktischen Prüfung zwei Wochen liegen. Er könne nicht garantieren, dass Katja Lenschau den Führerschein bis zum 1. April habe. Zudem fürchtete er, dass die Kosten für die bereits geleisteten Fahrstunden nicht übernommen werden. "Ich habe einen Vertrag mit der Fahrschülerin. Rechtlich ist ein Vorgehen gegen die Agentur für Arbeit nicht möglich."
Fahrschülerin und Fahrlehrerin können jetzt aufatmen. Die Agentur für Arbeit hält nicht mehr an der Frist 1. April fest. Sie kam laut Gerold Melson zustande, weil es für die Förderung einen Grund geben muss. "Wir haben uns auf die neue Arbeitsstelle zum 1. April bezogen." Es sei aber kein Problem, wenn sich die Führerscheinprüfung verzögern würde. Nur: "Wir müssen ein Datum festlegen." Zurückzahlen muss Katja Lenschau den Zuschuss nicht. Voraussetzung für solch eine Förderung ist die Zusage des künftigen Arbeitgebers und dass der Arbeitnehmer einen Führerschein braucht für die Stelle.
(cre, shz)

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