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Gesundheit : Ärztliches Zentrum bleibt in der Klinik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jetzige Mediziner werden vorerst weiter im MVZ des Krankenhauses praktizieren

„Dass wir verkaufen wollen, ist kein Geheimnis“, sagt Bernhard Ziegler, Krankenhausdirektor vom Klinikum Itzehoe und der Stadtklinik. Nach wie vor gibt es einen Interessenten für das Glückstädter Krankenhaus, das seit zwei Jahren zum Verkauf steht. Nur seien die Verhandlungen zurzeit zum Stillstand gekommen.

Ziegler dementiert Gerüchte, dass das medizinische Versorgungszentrum (MVZ) bei Verkauf aufgelöst wird. Denn mit dem Interessenten sei vereinbart worden, dass das MVZ als Mieter in der Stadtklinik bleibt. „Ob wir in Glückstadt mittelfristig selbst ein MVZ bauen oder etwas mieten, dass will ich nicht ausschließen“, erklärt der Krankenhausdirektor. „Das medizinische Angebot wird auf jeden Fall bestehen bleiben. Wir sehen den Bedarf in Glückstadt.“

Es wird räumliche Veränderungen im Haus geben. Am 7. April zieht Hals-Nasen-Ohrenärztin Vidmanta Sarach mit ihrer Praxis vom zweiten in das erste Obergeschoss um. Dort werden dann alle Ärzte auf einer Fläche tätig sein. Ihre Sprechstunden behält die angestellte Ärztin des Klinikums bei. „Da ändert sich nichts“, sagt Vidmanta Sarach. Sie praktiziert außer am Mittwoch an vier Tagen die Woche.

Laut Bernhard Ziegler wird Dr. Andrzej Michalski „in zwei bis drei Jahren“ in den Ruhestand gehen. Der angestellte Arzt betreut die Praxis für Chirurgie. „Wir werden für ihn eine Nachfolgeregelung finden“, sagt Ziegler. „Das wird nicht einfach werden“, sagt er angesichts des Ärztemangels auf dem Land. Aber er ist zuversichtlich, dass das Problem gelöst wird. Zum Versorgungszentrum gehören zudem noch Dr. Barbara Markova mit der Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie, Anästhesist Jörg Ahrens sowie Astrid Kirsch (Psychotherapie).

Weiter halten in der Stadtklinik auch die niedergelassenen Ärzte ihre Sprechstunden. Zu ihnen gehören: Dr. Heinz-Hermann Koch mit einer Privatpraxis für Urologie, Frank Mibach mit seiner kardiologischen Zweitpraxis und Hautarzt Dr. Stefan Schröpfer. Weiterhin betreiben Anna Prib eine Praxis für Physiotherapie und Dr. Dietmar Kayser ein Institut für medizinische Gutachten.

Insgesamt gibt es in der Klinik zwei Operationssäle, von denen zurzeit nur einer regelmäßig genutzt wird – auch von Ärzten aus dem Klinikum Itzehoe. Patienten übernachten nicht mehr im Haus. Es gibt aber kurzfristig genutzte Betten für ambulante Operationen. Weil viele Patienten die Praxen in der Klinik besuchen, ist auch die Anmeldungen im Eingangsbereich besetzt.


Geschichte des Glückstädter Krankenhauses


Bernhard Ziegler hat in der Vergangenheit immer wieder von der schönen Lage der Stadtklinik am Stadtpark geschwärmt. Dies war wohl auch der Grund für den ersten Besitzer des Hauses. Denn der Unternehmer Gehlsen baute dort eine Privatvilla für seine Familie, die er 1927 an die Stadt verkaufte. Nach dem Umbau wurde dort das Krankenhaus 1930 als städtisches Krankenhaus eingeweiht. 1988 wurde es zunächst an die Paracelsus-Kliniken Gruppe verkauft, 2007 dann an das Itzehoer Klinikum.

Bevor das städtische Krankenhaus entstand, ist in Glückstadt die Rede von Spitälern, die meist von armen Menschen aufgesucht wurden. Das erste Krankenhaus soll es laut dem ehemaligen Chefarzt des Krankenhauses, August Vogel, bereits 1650 gegeben haben – untergebracht in Buden neben dem Schloss, welches 1708 abgerissen wurde. Auch soll es Anfang 1800 ein Militärkrankenhaus in der Königstraße 5 gegeben haben. Zudem diente das Frauengefängnis während der Belagerung 1813/14 als Lazarett.

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erstellt am 16.Mär.2015 | 17:07 Uhr

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