Politik : Ärztezentrum: CDU macht Druck

Frank Ritter
Frank Ritter

Hohenlockstedter Christdemokraten kritisieren lange Überlegungszeit/Gunst der Stunde müsse jetzt genutzt werden

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22. Juli 2014, 17:00 Uhr

Vier Allgemeinmediziner haben Praxen in Hohenlockstedt – die Versorgung ist damit gesichert. Vorerst. Doch ein Arzt hat bereits die Pensionsgrenze erreicht, könnte jederzeit aufhören. Deshalb machen sich die Politiker seit einiger Zeit auf Anregung der CDU Gedanken, die Grundversorgung auf Dauer zu sichern. Ein extra gebildeter Arbeitskreis hat daraufhin Gespräche aufgenommen und Überlegungen angestellt – Ziel ist ein Ärztezentrum in der Ortsmitte.

Die Christdemokraten bemängeln jetzt in einem Pressegespräch die lange Vorlaufzeit der gemeindlichen Gremien in diesem Punkt. „Wir verspüren nicht den Drive, der notwendig wäre“, betont der Ortsvorsitzende Frank Ritter. Dabei müsse man die Gunst der Stunde nutzen. Denn: Die Hohenlockstedter Allgemeinmediziner hätten sich klar für ein Ärztezentrum ausgesprochen, wollten aber die Unterstützung der Gemeinde bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück im Ortszentrum. „Es geht nicht darum, den Ärzten billiges Land zu überlassen, sondern darum, sie zu unterstützen.“ Wichtig sei dabei ein Schulterschluss aller Faktionen.

Dass es notwendig ist, Anreize für Mediziner zu schaffen, haben auch bereits der Arbeitskreis „Medizinische Versorgung“ und der zuständige Sozialausschuss bestätigt. Denn obwohl die Versorgung zurzeit noch gut ist, wird sie sich verschlechtern. Ein Drittel der Steinburger Ärzte ist älter als 60 Jahre, 40 Prozent werden voraussichtlich in den kommenden fünf Jahren in Ruhestand gehen, so Ritter. Und junge Ärzte würden kaum in den ländlichen Raum kommen, sie würden als Fachärzte praktizieren oder sich Praxen in Städten suchen. „Wenn wir nicht aufpassen, orientieren sich Ärzte in andere Orte.“

Deshalb die Idee, in Hohenlockstedt ein Ärztezentrum zu bauen, in dem sich junge Mediziner einmieten können. Die einheimischen Allgemeinmediziner sind dabei, wollten aber am liebsten sofort loslegen“, so Ritter. Und hier hakt es nach Ansicht der CDU, denn in jüngster Zeit sei auf Gemeindeseite nicht viel passiert. Kurzfristig sollen jetzt aber Grundstücke, vor allem gemeindeeigene, auf ihre Tauglichkeit überprüft werden. Nicht infrage kommt das Rathaus, das nach Umsiedlung des größten Teils der Verwaltung (Bauamt) nach Kellinghusen überwiegend leerstehen wird. Der bauliche Zustand und die erforderlichen Umbaumaßnahmen werden von den Ärzten für eine moderne und zukunftsfähige Lösung als eher hinderlich angesehen.

Die CDU hofft zwar auf eine gemeinsame Lösung und Haltung der Gemeinde, doch die Fraktion führe ebenfalls, in dieser „für alle Hohenlockstedter Bürger wichtigen Frage“, Gespräche, so der Fraktionsvorsitzende Rainer Holste. „Wir sind schon acht Schritte weiter.“

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