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Kommunalpolitik : Ärger um plattgemachten Spielplatz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kremper Bürgermeister räumt ein, „eventuell einen Fehler gemacht zu haben“. Jetzt wollen die Kinder ihren Spielplatz zurück.

Verbal ungewöhnlich hitzig ging es während der jüngsten Sitzung des Kremper Ausschusses für Bildung, Kultur und Soziales zu. Beherrschendes Thema waren die beiden Spielplätze im Neubaugebiet Bleicherweg. „Wir sind heute hier zusammen gekommen, weil wir etwas dringend klären müssen“, begann der Ausschuss-Vorsitzende Emil Goldnik die Sitzung. Ursprünglich habe man beschlossen, die Spielplätze im Frühjahr sanieren zu wollen. Ein Unterausschuss sollte dafür die Details klären. „Der große Spielplatz sollte erhalten bleiben“, fasste Goldnik die Ausgangslage zusammen. Doch genau der sei nun per „Bagger platt gemacht worden“. Der Baggerfahrer habe den Anwohnern auf Nachfrage gesagt, „hier komme ein Fußballplatz hin“.

„Einige Eltern waren darüber sehr böse“, sagte Goldnik. Die Kinder wollten ihren Spielplatz zurück. Insbesondere, da die Spielgeräte auf dem kleineren Spielplatz „fast alle marode sind“. Goldnik, der den Freien Wählern Krempe (FWK) angehört, forderte Bürgermeister Volker Haack von der Bürgergemeinschaft Krempe (BGK) auf, den großen Spielplatz „wieder in Stand setzen zu lassen“. Die Kosten hierfür solle der Umweltausschuss tragen, der für das „Plattmachen“ verantwortlich sei, obwohl er für das Thema Spielplätze eigentlich „gar nicht zuständig ist“.

„Es war gegebenenfalls mein Fehler, dass der große Spielplatz abgeräumt wurde“, gab Bürgermeister Haack zu. Weil eine entsprechend ausgestattete „Firma gerade in Krempe aktiv war“, habe er den Auftrag erteilt, um der Stadt Geld zu sparen. Zweifellos sei es ein Fehler gewesen, die „Eltern und Betroffenen“ bei dieser Entscheidung „nicht mitgenommen zu haben“. Haack sprach sich jedoch dagegen aus, den alten Ist-Zustand des Spielplatzes einfach wiederherzustellen. Stattdessen schlug er vor, den Status quo als Ausgangspunkt für eine neue Planung zu nehmen. Gemeinsam solle man Konzept und Zeitfenster erarbeiten, um dem „leeren Spielplatz“ ein neues Gesicht zu geben. Ein Vorschlag, dem die Ausschuss-Mitglieder in weiten Teilen folgten.

40 Jungen und Mädchen bis zwölf Jahren wohnen in dem Areal rund um die beiden Spielplätze. „Die Kinder haben nun nichts mehr, nur ein Matschloch“, kritisierte Goldnik. In einem ersten Schritt soll der Boden begradigt und Gras ausgesät werden. Schon im Herbst könnten die ersten neuen Spielgeräte montiert werden, kündigte Haack an. Wobei natürlich auch das Geld eine Rolle spiele. Am Sonnabend, 21. Juni, wollen sich alle Beteiligten um 10 Uhr auf dem großen Spielplatz treffen, wobei auch die betroffenen Kinder und Jugendlichen bis 15 Jahre mit ins Boot geholt werden sollen. Nach einer Ortsbesichtigung sollen in der Mensa anschließend Ideen ausgetauscht werden. Die Gestaltung dieses Tages soll Stadtjugendpfleger Thomas Scheunemann übernehmen. Für Mittwoch, 9. Juli, ist dann eine Sitzung des Unterausschusses geplant, der über das weitere Vorgehen beraten soll.

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