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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 09:23 Uhr

Energiewende : Ärger um neuen Solarpark

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neuenbrooker diskutieren über Erweiterung

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2015 | 08:18 Uhr

Kann der Solarpark in Neuenbrook noch einmal um die gleiche Fläche erweitert werden oder zerstört er damit das natürliche Landschaftsbild und führt zum Verlust von Lebensqualität im Dorf und zu Werteverlust der angrenzenden Grundstücke? Diesen Fragen standen in einer Einwohnerversammlung im Raum und wurden kontrovers diskutiert. Das Interesse in dem 650 Einwohner zählenden Dorf war allerdings nicht gerade überwältigend: Acht Zuhörer waren mit sieben Gemeindevertretern zusammengekommen.

Die Solarmodule sind seit 2013 installiert. Der Solarpark umfasst zwei Teilflächen entlang der Bahnstrecke Elmshorn-Itzehoe – eine südlich und eine nördlich der Straße „West“, jenseits der Bahnschienen entlang der K44. Bürgermeister Jürgen Schröder erläuterte: „Bislang wird auf zwölf Hektar eine Leistung von bis zu 5,8 Megawatt Strom erzeugt.“ Die Gemeinde will diesen nun noch einmal auf einen weiteren etwa gleich großen Park auf der nördlichen Fläche vergrößern. „Die neue Leistung steht aber noch nicht fest.“ Der freie Planer Dierk Brockmöller aus Hamburg, beauftragt von der Gemeinde und der Firma „Actensys“ aus Weilheim, gab sich alle Mühe, das Vorhaben anhand von Fotos, Zeichnungen und Karten verständlich darzustellen. Und er wagte einen Ausblick, wie dies im zweiten Teil aussehen könnte. Zentrale Aussage: „Wenn man statt drei nur zwei Solarmodule übereinander setzt, reichen die bestehenden Sichthöhen aus, um sie einigermaßen sichtneutral platzieren zu können. Sie sind nicht so prägnant, führen zwischen Bahn-Oberleitung, Strom-Freileitung und Windmühlen hindurch, die das eigentliche Bild prägen.“

Kritisch gesehen wurde das allerdings vornehmlich von zwei direkten Anwohnern. Sie bemängelten, dass unter anderem nicht erwähnt wurde, dass es vier weitere mögliche Flächen geben würde („Warum werden die nicht geprüft?“). Außerdem wähle die ausführende Firma das Gelände aus Wirtschaftlichkeit und nicht nach Schutzgut-Kriterien für Mensch und Umwelt aus. Der Planer erklärte: „Da der Eigentümer kein Interesse an anderen Standorten hat, prüfen wir diese auch nicht.“ Der Emissionsschutz zur langfristigen Sicherung des Standortes durch alternative Energien werde berücksichtigt, die Auflagen des Gesetzgebers würden eingehalten. In Bezug auf Schutzgüter gebe es in Neuenbrook diese und keine anderen möglichen Flächen.

Ein direkter Anwohner bemängelte: „Eine Aufstelldauer von 30 Jahren ist irreführend. Wenn die Solarmodule erst mal da sind, ist es nur ein kleiner Schritt, noch eine Verlängerung zu beantragen. Wir haben uns damit verabschiedet von der Natürlichkeit des Ortes.“ Eine weitere Anwohnerin, die eine Firma betreibt, berichtete von negativen Reaktionen ihrer Kunden auf die Solarmodule. Die Vereinbarung, dass der Park nicht sichtbar sein sollte, sei eben nicht eingehalten worden. Der Gemeindevertretung allerdings seien nach eigener Aussage keine negativen Reaktionen dieser Art bekannt. Entsprechend kam Bürgermeister Jürgen Schröder zu der Einschätzung: „Die Gemeinde steht hinter der Planung. Wir merken noch nichts von Unzufriedenheit, nur die der direkten Anlieger.“

Die Planungsunterlagen sind im Internet unter www.brockplan.de einzusehen. Weitere Beschlüsse zum Thema werden in der Gemeinderatssitzung Donnerstag, 26. November, 19 Uhr im Gemeindehaus gefasst.

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