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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 03:01 Uhr

Jugendparlament : Ärger um die Wahl

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kritik an zu wenig Unterstützung für die Abstimmung vor allem am SSG – Schulleiterin hält dagegen.

von
erstellt am 14.Nov.2014 | 12:00 Uhr

Ausruf in der Wahlkabine: „Voll schwer!“ Der Jugendliche der Gemeinschaftsschule Klosterhof-Schule konnte sich gestern nicht entscheiden: Fünf Stimmen hatte er zu vergeben an die neun Kandidaten für das Jugendparlament. Dann gelang es doch, und der Nächste aus der langen Schlange war an der Reihe. Am Ende lag die Wahlbeteiligung an dieser Schule bei 70 Prozent. Andernorts dagegen sah es düster aus – Kritik wurde laut vor allem am Sophie-Scholl-Gymnasium.

Von Montag bis gestern wurde abgestimmt über das neue Gremium für die Vertretung der Jugendlichen. Zwar gab es weniger Kandidaten als Plätze, doch es gehe um die Legitimation, so Carsten Roeder vom Kinder- und Jugendbüro. Im Bildungsausschuss am Mittwochabend beklagte sich der scheidende Jupa-Präsident Hannes Panzer über mangelnde Unterstützung an einigen Schulen für die Wahl. Und Roeder berichtete von sinkender Wahlbeteiligung mit dem SSG als Schlusslicht, weil dort allein in den Pausen gewählt werden konnte: Nur gut ein Dutzend Schüler stimmten ab, eine Beteiligung von 2,8 Prozent. Es sei „definitiv notwendig, dass man die Schüler direkt aktiviert“, so Roeder. „Wir müssen uns intensiv Sorgen machen über die nachwachsende Generation, wenn die Wahlbeteiligung so gering ist beziehungsweise wir so wenig Unterstützung haben für die Wahlbereitschaft.“

„Erschüttert“ zeigte sich Hans-Dieter Helms (SPD), dass eine solche Wahl offenbar als Belästigung für den Schulalltag empfunden werde. Anderswo gehe man auf die Straße oder werde erschossen im Kampf um das Wahlrecht. Eine Lanze für das SSG brach aber Susanne Klopke (CDU), seit langem dort in der Elternarbeit aktiv: „Da muss irgendetwas anderes schief gelaufen sein.“

Das findet Schulleiterin Angelika Hartmann auch. Es sei sinnvoll und gut, mehr Schüler zu mobilisieren, aber das sei Sache der Verantwortlichen. Das Jupa habe in den Klassen um Kandidaten werben dürfen, danach jedoch nie den Kontakt zur Schülervertretung oder zu Verbindungslehrern gesucht. „Es ist schon gute Demokratie, wenn sie Schüler gewinnen wollen, dass sie sich mit Schülern auseinander setzen.“ Dafür gebe es dann „jede Art von Unterstützung“. Der Wahltermin sei über den Vertretungsplan am Morgen bekannt gegeben worden, dann müssten erst einmal die Schüler durch die Sache aktiviert werden, meint die SSG-Leiterin. Über die Möglichkeit, wie an anderen Schulen klassenweise zur Wahl zu gehen, sei nicht gesprochen worden. In der sechsten Stunde hätten die Schüler noch zur Urne gerufen werden sollen, doch dazu habe sich die Schülervertretung nicht mehr in der Lage gesehen. Vieles könne besser laufen und sei auch anders abgesprochen gewesen.

Viel Kritik also an den Jungparlamentariern, aber: „Das ist überhaupt nicht Aufgabe des Jugendparlaments“, sagte Roeder. Die Wahl werde vom Kinder- und Jugendbüro veranstaltet, und dieses habe am SSG ebenso agiert wie an den anderen Schulen. Jetzt werden die Stimmen gezählt, und für die nächste Wahl hilft vielleicht der Hinweis von Rolf Bratzke (SPD) aus dem Ausschuss: Es möge doch rechtzeitig daran erinnert werden, „wie wichtig uns das ist“.

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