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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 04:29 Uhr

104. Geburtstag : Ältester Hohenlockstedter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Arthur Kirschner aus Hohenlockstedt kann auf ein langes Leben zurückblicken.

Als der Kaiser noch das Zepter im Deutschen Reich schwang, kam Arthur Kirschner im Kreis Rendsburg-Eckernförde zur Welt – im Jahr 1910. Der Kaiser ist inzwischen längst Geschichte, Kirschner dagegen feiert heute seinen 104. Geburtstag und ist damit der älteste Einwohner der Gemeinde Hohenlockstedt.

104 Jahre – kaum zu glauben, wenn man dem Jubilar gegenüber sitzt und seinen Worten lauscht. Nur hin und wieder muss er überlegen. „Das ist ja auch alles schon so lange her – das kann ich doch gar nicht mehr wissen“, lächelt der Senior, der als Sohn eines Webers und Landwirtes in Ostpreußen aufwuchs. Dort verbrachte der Jubilar zusammen mit seinen zehn Geschwistern auch seine Kindheit.

Nach der Schulzeit absolvierte Kirschner eine Ausbildung zum Böttcher (Fassbauer), legte später sogar seine Meisterprüfung ab und machte sich im mecklenburgischen Sternberg selbstständig. Während der Kriegsjahre wurde er von der Wehrmacht eingezogen. Noch als Soldat heiratete er seine inzwischen verstorbene Ehefrau Emmi, mit der er eine Familie gründete.

„Meine beiden Söhne Gerd und Joachim leben heute in Hohenlockstedt und in Hessen“, erzählt Kirschner, der nach dem Tod seiner Ehefrau lange Jahre mit seiner späteren Lebensgefährtin in Flensburg lebte. „Ich war schon alt, als ich dort dann in eine Einrichtung kam“, sagt der 104-Jährige, der erst im Juni dieses Jahres in das Altenheim nach Hohenlockstedt umzog.

Während früher ein zünftiger Skat und die Gartenarbeit zu seinen Hobbys zählten, widmet sich Arthur Kirschner heute lieber der Musik. „Ich höre gerne Beethoven und Mozart“, sagt der rüstige und kontaktfreudige Rentner, der sich noch rege an den Bingonachmittagen im Heim beteiligt.

Großes Aufheben um seinen 104. Geburtstag macht der Liebhaber von roten Rosen und süßen Naschereien nicht. „Wenn man die Jahre vor sich hat, meint man, was für eine lange Zeit das ist. Hat man sie hinter sich, dann waren sie ein Klacks“. Wie er seinen Ehrentag verbringt, war sich der Jubilar noch nicht sicher. „Ich glaube, meine Familie wird mich überraschen“.

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