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Feueralarm : Adeliges Kloster schickt Schüler vom Hof

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine Brandschutzübung der Itzehoer Klosterhofschule sorgt für Ärger. Die Bewohner des Klosterhofs könnten sich durch lärmende Schüler gestört fühlen.

Feueralarm in der Klosterhofschule. Über 400 Schüler springen von ihren Plätzen auf. Lärmend verlassen die Gemeinschaftsschüler das Gebäude. Die Lehrer führen sie in den Hof des Adeligen Klosters auf der anderen Straßenseite – so sieht es der Brandschutzplan der Schule vor. Es ist nur eine Übung, und trotzdem wird es ernst: Denn die Kloster-Verwaltung ist überhaupt nicht erfreut über den unerwarteten Besuch der Schüler: „Ein Mitarbeiter bat uns, das Gelände schnellstmöglich wieder zu verlassen“, berichtete Schulleiter Gerd Freiwald im Bildungsausschuss. „Die Mieter des Klosterhofs könnten sich durch den Lärm der Schüler gestört fühlen, hieß es zur Begründung.“

Eine Reaktion, die der Schulleiter nicht nachvollziehen kann. Eine Brandschutzübung gebe es höchstens einmal im Jahr. Er könne nicht verstehen, wie sich da jemand gestört fühlen könne. Auf dem eigenen Schulhof könnten sich die Schüler nicht versammeln, weil er zu klein sei. Der Klosterhof biete sich an, weil er in unmittelbarer Nähe liege.

Unter den Mitgliedern des Bildungsausschusses sorgte der Vorfall für Empörung: „Das kann doch nicht sein, dass das Kloster die Schüler des Geländes verweist“, sagte Ingrid Reichhelm (CDU). Im Katastrophenfall stehe das Leben der Schüler auf dem Spiel, pflichteten ihr andere Ausschussmitglieder bei. Andreas Arndt, Leiter des Amts für Bildung, versuchte zu schlichten: In Zukunft könne der Sportplatz der benachbarten Kaiser-Karl-Schule als Sammelpunkt genutzt werden, schlug er vor.

Als die Brandschutzpläne der Klosterhofschule vor einigen Jahren überarbeitet wurden, wurde der Klosterhof offiziell als Sammelpunkt für eine Evakuierung der Schule eingetragen – offenbar ohne das Kloster davon in Kenntnis zu setzen. „Es ist schön, dass es solche Pläne gibt“, sagt Kloster-Verwalter Holger Grimm, „aber die wurden mit uns nie erörtert.“ Er bittet um Verständnis: Wenn plötzliche mehrere Hundert Schüler im Hof stünden und lärmten, sei das nicht angenehm für die Bewohner des Klosterhofs. Gelegentlich würden auch Veranstaltungen im Kloster stattfinden, die durch den „Menschenauflauf“ gestört werden könnten. Zwar sei der Klosterhof öffentlich zugänglich, aber es handele sich um Privatgelände, das mit hohem finanziellen Aufwand unterhalten werde. „Da ist ein gewisser Respekt zu erwarten“, so Grimm weiter.

Sollte die Schule in Zukunft auf das Kloster zukommen, sei man gesprächsbereit. „Wir haben nichts gegen Veranstaltungen, aber wir wüssten gerne darüber Bescheid.“

In der Tat hat die Schule keine Gespräche mit dem Adeligen Kloster über die Brandschutzpläne geführt, wie Schulleiter Gerd Freiwald zugibt. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass man unseren Schülern den Zutritt zum Gelände verweigert.“ Weitere Gespräche seien aus seiner Sicht im Moment nicht nötig. In diesem Jahr werde ohnehin keine Brandschutzübung mehr stattfinden. „Und beim nächsten Mal sollten wir uns vorher mal in Verbindung setzen.“

 

 

 

 

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erstellt am 11.Sep.2015 | 05:00 Uhr

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