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Äbtissin gestorben : Abschied von einer besonderen Frau

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Trauerfeier in St. Laurentii für Henriette Gräfin zu Rantzau, Äbtissin des Adeligen Klosters.

von
erstellt am 28.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Auf Schloss Breitenburg wurde sie geboren, auf dem Friedhof Brunnenstraße hat sie gestern ihre letzte Ruhe gefunden. Dazwischen lag für Henriette Gräfin zu Rantzau ein „gewaltiges Leben“, wie es Propst Dr. Thomas Bergemann im Trauergottesdienst in St. Laurentii formulierte. Im Alter von fast 91 Jahren war die Äbtissin des Adeligen Klosters am 16. August gestorben.

Sie sei eine besondere, eine große Frau gewesen, sagte der Propst und griff auf eine Formulierung des Alten Testaments zurück: „Alt und lebenssatt ist sie gestorben, durfte sie sterben.“ Die Gräfin habe gewusst, woher sie komme, wohin sie gehe und wer sie trage. Ihr Glaube sei immer unantastbar gewesen – die Trauerfeier stand unter dem Leitspruch „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ aus dem Buch Hiob. Die so betitelte Passage aus Händels „Messias“ sang Sopranistin Geraldine Zeller, auch Dörthe Landmesser (Orgel) und Christoph Semmler (Trompete) gestalteten den Gottesdienst mit.

„Sie hat immer versucht, das Vorbild ihrer Eltern zu leben“, sagte Bergemann. Dazu gehörte, für Menschen da zu sein: Erst lernte Henriette Gräfin zu Rantzau Hauswirtschafterin, verwirklichte dann aber ab 1949 ihren Wunsch, Krankenschwester zu werden. Erst lernte sie in Hamburg, dann am Johanniter-Krankenhaus in Bonn. Dort blieb sie, war mehr als 20 Jahre lang Oberin. Der Beruf sei Berufung gewesen, sagte der Propst: „Sie hat sich höchstes Ansehen erworben.“ 1988 beendete die Gräfin ihre aktive Zeit in Bonn, gestern kamen Johanniter von dort zur Trauerfeier.

Eine eigene Familie hatte die Verstorbene nicht, dennoch sei sie auf die Familie fokussiert gewesen, sagte Bergemann. Deshalb sei sie aus Bonn nach Hause zurückgekommen – und „natürlich“ habe die pflichtbewusste Frau gleich eine Aufgabe übernommen: als Äbtissin im Adeligen Kloster. Zudem wirkte sie im Kirchenvorstand der St. Laurentius-Gemeinde, als Anerkennung für ihr Engagement erhielt Henriette Gräfin zu Rantzau das Ansgarkreuz, aber auch aus den Händen von Bundespräsident Richard von Weizsäcker das Bundesverdienstkreuz. „Es ist ein reiches Leben, das zu Ende gegangen ist“, sagte Bergemann. Begraben ist die Äbtissin auf dem Teil des Friedhofs Brunnenstraße, der dem Kloster vorbehalten ist.

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