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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 10:33 Uhr

Kirche : Abschied von der Kirchengemeinde

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Propst Thomas Bergemann sprach Pastor Volker Höppner von seinen dienstlichen Verpflichtungen in Wilster frei.

von
erstellt am 24.Feb.2015 | 17:06 Uhr

„Es ist schön, dass ihr alle gekommen seid“, sagte Pastor Volker Höppner zu Beginn des Gottesdienstes in dem er aus seinem Amt in Wilster von Propst Thomas Bergemann verabschiedet und gleichzeitig für seinen neuen Dienst im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf berufen wurde. Pastor Höppner wechselt nach Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit insbesondere unter den Mitarbeitern in der Kirchengemeinde Wilster auf eine Kirchenkreispfarrstelle für Vertretungsdienste, wie Propst Bergemann schon im Vorfeld deutlich machte (wir berichteten).

In seiner Predigt ging Pastor Höppner auf die Hilfe Gottes, Lasten des Lebens zu tragen ein. Dabei bezog sich der Pastor insbesondere auf die Last von Streit und Trennung. Jeder kenne das, da gebe es Meinungsverschiedenheiten oder Interessenkonflikte. „Die gibt es überall, in jeder Familie, jeder Firma und auch in jeder Kirchengemeinde. Streit gehöre zum Leben dazu, auch in der Bibel sei von Streitgesprächen zu lesen. „Streit muss sein!“, so Höppner, doch es komme darauf an, wie gestritten werde. „Bin ich kompromissbereit oder will ich nur meine Meinung durchsetzen? Bin ich bereit, mir die Zeit zu nehmen, auch mal ein Thema auszudiskutieren, pro und kontra zu erörtern oder breche ich das Gespräch ab, weil ich denke das hat sowieso keinen Zweck?“ Streit könne fruchtbar sein, wenn beide Seiten bereit seien voneinander zu lernen und von der Erfahrung des anderen zu profitieren. „Wenn es dagegen nur um Anpassung geht, wird es über kurz oder lang zum Bruch kommen“, so Höppner. In vielen Ratgebern gebe es Tipps für ein gutes Streiten – aber wenn es zu keiner positiven Verständigung komme, dann bleibe nur der Weg der Trennung – „die aber möglichst mit einer Vergebung im Herzen“. Zum Schluss seiner Abschiedspredigt dankte er allen Menschen, die er in Wilster und der Wilstermarsch kennen und schätzen gelernt habe. Und er bat um Vergebung dafür, „wo ich bestimmte Erwartungen nicht erfüllt habe oder eine Begegnung nicht geglückt ist, wo ich vielleicht ein falsches Wort benutzt oder aus Angst oder Bequemlichkeit geschwiegen habe“.

Propst Bergemann erinnerte daran, dass er bei der Einführung Höppners in Wilster vor dreieinhalb Jahren gedacht habe, dass dieser bis zum Ruhestand in diesem Amt bleiben würde. Doch nun sei es anders gekommen. Was dazu geführt habe, sei Ausdruck, beziehungsweise Ergebnis eines Konflikts, der nicht zu lösen war. Die Verabschiedung Höppners habe nichts mit Scheitern zu tun, es gebe keinen Schuldigen. Nun werde jeder für sich in die Zukunft gehen. Dem Pastor wünschte er viel Freude bei seinen neuen Anfängen, Kraft und Gottvertrauen, damit er irgendwann mit einem freundlichen Lächeln zurückblicken könne, gleiches wünschte er der Gemeinde. Danach berief er Pastor Höppner auf die vierte Projektpfarrstelle des Kirchenkreise und sprach ihn von allen dienstlichen Verpflichtungen in Wilster frei.

Für den Kirchengemeinderat schlug Dr. Thomas Urch eine Parallele zum Fußballspiel, Bezug nehmend auf Pastor Höppners Fußballbegeisterung. Auf das Zusammenspiel komme es an, was nicht immer klappe. Müsste es bei der Kirche nicht besser laufen? „Wir sind alle Menschen mit Schwächen und Fehlern“, räumte Urch ein und blickte wie schon seine Vorredner auf die Vielzahl der Konflikte in der Bibel. Er wünschte dem Pastor alles Gute und überreichte als Abschiedsgeschenk eine Routenbeschreibung des Mönchswegs und passend dazu einen Kompass. Organistin Annegret Hanssen bedauerte den Weggang Höppners und erinnerte an gemeinsamen Dienst in Wewelsfleth. „Lassen Sie sich ihre positive Ausstrahlung von nichts und niemandem streitig machen“, sagte sie. Pastor Eckart Grulke (St. Margarethen/Brokdorf) wollte zu Wilster nichts sagen, aber zur Wilstermarsch. „Wir hatten ein gutes und konstruktives Miteinander, ich finde es schade, dass du uns verlässt.“ Grulke dankte für die Zusammenarbeit.

Seinem Bedauern verlieh auch Bürgermeister Walter Schulz Ausdruck. Als bekannt wurde, dass Höppner gehe, habe der Bürgermeister in viele fragende Gesichter geblickt. Es gebe sicherlich viele Gründe, aber sehr bedauerlich sei, dass „zum dritten Mal in wenigen Jahren ein Pastor unsere Kirchengemeinde verlässt“. Im Namen der Bürgermeister der der Kirchengemeinde angehörenden Kommunen dankte Walter Schulz Volker Höppner für die seelsorgerische Betreuung.  

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