SSG-Entlassung : Abschied vom Schul-Casino

Die besten sechs Abiturienten (v. l.): Jana Schemainda (1,1), Eike Jahn (1,3), Malena Storjohann (1,2), Ben Turley (1,1), David Wendtland (1,1) und Mike Lokenvitz (1,3).
Die besten sechs Abiturienten (v. l.): Jana Schemainda (1,1), Eike Jahn (1,3), Malena Storjohann (1,2), Ben Turley (1,1), David Wendtland (1,1) und Mike Lokenvitz (1,3).

86 Abiturienten verlassen das Sophie-Scholl-Gymnasium in Itzehoe.

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28. Juni 2014, 07:00 Uhr

Gezockt haben hoffentlich nur die Wenigsten, auch wenn das Motto der Abiturienten am Sophie-Scholl-Gymnasium das Gegenteil nahelegt: „Cabino Royale – Ass im Ärmel, Abi in der Tasche“. 86 Abgänger sind gestern im Pädagogischen Zentrum verabschiedet worden. Der Notendurchschnitt von 2,57 liege im üblichen Bereich, 19 Abiturienten erreichten einen Schnitt von 2,0 oder besser, so Oberstufenleiter Willy Arbeiter.

Als erster Jahrgang erhielten die Absolventen die neue Schulnadel. Das SSG entlasse sie mit Traurigkeit, aber auch mit großer Freude in das selbst bestimmte Leben, sagte Leiterin Angelika Hartmann: „Genießen Sie dieses große Maß an Freiheit und nutzen Sie sie für sich.“

Ihren Hinweis auf die bald beginnende Fassadensanierung im Bereich des Pädagogischen Zentrums nahm Landrat Torsten Wendt auf. Der Kreis wolle die Schule weiterentwickeln, das gelte zum einen für den „Hühnerkäfig“ Lehrerzimmer, aber auch für die Fassade: „Damit haben Sie weniger Probleme als ich im Augenblick in der Viktoriastraße.“ Wendt bat die Abiturienten, sich am nahenden Bürgerentscheid zu beteiligen: „Es ist total wichtig, dass Sie sich für Demokratie und unser Staatswesen interessieren.“ Und dann hatte er noch eine „Herzensangelegenheit“: Gern sollten die Absolventen nun über den Tellerrand schauen, aber möglichst wieder zurückkehren. „Wir brauchen hier ganz dringend junge Leute.“

Wolfgang Priebe als Vorsitzender des Fördervereins nahm Bezug auf die Fußball-WM, erinnerte an das „Trainingslager“ der Abiturienten in Dänemark und stellte fest: „Sie sind alle Sieger.“ Die anderen Redner nahmen sich das Abi-Motto vor: Gemeinsamer Nenner von Casino und Schule sei das Glück, sagte Henrike Stöver und Moritz Burmester aus der Schülervertretung. Nun würden die Karten neu gemischt. Dabei, so meinten die Klassenlehrer, bringe das SSG-Ass im Ärmel die Absolventen in jeder Situation weiter, es müsse nur richtig ausgespielt werden.

Die Schüler sollten nicht die Roulettekugel sein, sondern das Rad, empfahl Klaus Moritz, Vorsitzender des Elternbeirats, machte sich aber auch so seine Gedanken über das an einen James-Bond-Film angelehnte Abi-Motto. Letztlich wollte er Assoziationen wie die Lizenz zum Töten, Spielbank und Ass im Ärmel in Bezug auf Schule lieber nicht vertiefen. Vielleicht zeige das Motto nur das Gleichgewicht zwischen ständigem Weiterentwickeln und Spaß. Als Geschenk überreichten die Eltern Würfelbecher – „falls ihr mal eine richtig schwierige Entscheidung treffen müsst“.

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