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Brandschutz : Abschied vom Lieblings-Amtswehrführer

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mitstreiter und Ehrengäste würdigen die Arbeit von Thorsten Heins in seinen 18 Jahren in der Führung der Wilstermarsch-Feuerwehren.

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erstellt am 10.Dez.2016 | 15:23 Uhr

Gleich zweimal erhoben sich langjährige Mitstreiter und Gäste, um mit minutenlangem Applaus einen Mann zu würdigen, der das Feuerwehrwesen in der Wilstermarsch entscheidend mitgeprägt hat. Nach 18 Jahren in der Amtswehrführung hatte sich Thorsten Heins zum Rückzug ins Privatleben entschlossen. Kreisbrandmeister Frank Raether würdigte die Lebensleistung für den Brandschutz mit der Verleihung des Feuerwehr-Ehrenkreuzes in silber.

Thorsten Heins hinterlässt – wie allseits lobend anerkannt wurde – elf gut ausgebildete und ausgerüstete Feuerwehren. Er räumte allerdings auch ein, dass er nicht alle seine zum Amtsantritt gesetzten Ziele erreicht habe. In der Bilanz auf seiner letzten Dienstversammlung im Amtsgebäude konnte Thorsten Heins zwar auf 388 aktive Feuerwehrleute in elf Wehren verweisen. Bei nur 23 weiblichen Mitgliedern hat er allerdings die angestrebte Frauenquote von zehn Prozent verfehlt. „Auch mein Ziel, dass an jedem Gerätehaus der rote Hahn hängt, habe ich nicht erreicht“, bekannte er. Als gelungen wurde allerdings das während seiner Amtszeit von sechs Jahren als Stellvertreter und zwölf Jahren als Amtswehrführer erfolgreiche enge Zusammenrücken aller Wilstermarschwehren gewertet.

Die sehr gute Vernetzung im Brandschutz – insbesondere auch mit den Helfern der Stadtwehr Wilster – hob auch Amtsvorsteher Helmut Sievers hervor. Er räumte ein, dass es ihm schwer falle Heins bereits in so jungen Jahren in den Ruhestand zu schicken. Er respektiere allerdings auch die Entscheidung des 53-Jährigen. Sein drei Jahre älterer Nachfolger und bisheriger Stellvertreter Axel Erdmann sprach vom „Ende einer Ära“. Das bei anderer Gelegenheit bereits als Dreamteam an der Spitze der Amtswehren bezeichnete Duo war auch für Erdmann eine Erfolgsgeschichte. „Ich habe nichts gefunden, was ich ihm zum Abschied noch überbügeln könnte“, bedauerte er mit einem Augenzwinkern. Die zehnprozentige Frauenquote nannte Erdmann „ein sehr sportliches Ziel“. Vergleichbare Ankündigungen machte er nicht. Allerdings kann er seine Hoffnung auf die Arbeit der neuen Frauenbeauftragten auf Amtsebene, Janine Schuldt, setzen. Die kündigte bereits an, im neuen Jahr durchstarten zu wollen.

Kreisbrandmeister Frank Raether erinnerte daran, wie Heins als Nachfolger von Werner Mohr in das Spitzenamt gehievt worden war. Er bescheinigte ihm, bei seiner Arbeit stets geradlinig und zielorientiert gewesen zu sein. Dabei habe er für alle Kameraden immer ein offenes Ohr gehabt. Kurz: Thorsten Heins sei ein Mann der Tat gewesen.

Der scheidende Amtswehrführer nahm das Lob in aller Bescheidenheit entgegen: „Wenn nicht alle meiner Spur gefolgt wären, hätte ich nichts erreicht.“ Offen sei jetzt nur die Frage, ob seine Familie wisse, auf was sie sich einlasse: „Irgendwo muss ich künftig ja meine Reden halten.“ Zum Schluss hatte der Wilsteraner Wehrführer Ralf Theede noch ein Abschiedsgeschenk für seinen „Lieblings-Amtswehrführer“: ein Bild mit „knackigen Männern und roten Autos“, sprich: von seiner vor der Feuerwache angetretenen Wehr. Dann wünschte Theede sich eine gute Zusammenarbeit mit seinem neuen „Lieblings-Amtswehrführer“. Dessen vorrangige Aufgabe ist jetzt wohl die bisher erfolglose Suche nach einem Stellvertreter für sich.

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