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Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 15:46 Uhr

Innenstadt : Abschied und Neustart

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kommen und Gehen in der Itzehoer Innenstadt: Das Restaurant „Bankers“ und das Fachgeschäft „Pilindi“ ziehen weg – dafür eröffnet „alt & wert“ ein Kaufhaus.

Ein Restaurant und ein Spezialgeschäft verlassen die Stadt, dafür öffnet ein besonderes Kaufhaus: Wieder einmal ist Bewegung in der Innenstadt.

Noch bis zum 13. September gibt es das „Bankers“ in der Großen Paaschburg. Ab 1. Oktober ist die neue Adresse die Kieler Straße in Hohenlockstedt. Aber nicht, weil die Geschäfte in Itzehoe schlecht liefen: „Bisher war alles gut und wir sind zufrieden“, sagt Restaurant-Inhaber Michael Rux (45). Doch nach dem Verkauf des Hauses habe der neue Eigentümer die doppelte Pacht verlangt. „Das ist betriebswirtschaftlich hier nicht möglich.“ Passende freie Gastronomieflächen in Itzehoe fanden sich nicht, dafür passte es im ehemaligen „La Donna“ in Hohenlockstedt. „Wir verlassen Itzehoe wirklich mit einem weinenden Auge“, sagt Rux. Doch jetzt freuten sie sich auf das umgestaltete Restaurant an neuem Standort. Dieses ist zwar kleiner, doch alle Angebote von Mittagstisch bis Candlelight-Dinner wird es weiter geben. Die Buchungslage sei schon jetzt gut.

Sechs Jahre lang hat Rux das „Bankers“ in Itzehoe betrieben, nun suche der Eigentümer per Inserat nach neuen Gastwirten. Sein Abschied jedenfalls habe nichts mit der wirtschaftlichen Situation oder der Lage der Innenstadt zu tun, betont der Gastronom.

Das sieht bei Bernd Karla anders aus. Nach fünf Jahren verlegt er Ende Oktober sein Mittelalter-Fachgeschäft „Pilindi“ nach Schenefeld bei Hamburg. Das habe neben familiären vor allem wirtschaftliche Gründe, sagt der 58-Jährige: „Ich verspreche mir von dem Gebiet mehr, und ich komme näher ran an meine Kunden.“ Denn in Hamburg gebe es eine Vielzahl mittelalterlicher Aktivitäten. Der neue Laden sei drei Mal so groß, liege in der Nähe des Einkaufszentrums und eines anderen Geschäfts mit ähnlichem Kundenaufkommen.

Auch Karla spricht von einem lachenden und einem weinenden Auge bei seinem Abschied. Aber den Laden in der Breitenburger Straße habe er schon mehr als Lager genutzt: „Laufkundschaft habe ich nicht viel, schon gar nicht hier.“ Von zwei Kunden am Tag könne er nicht leben, die Stände auf Mittelalter-Märkten glichen das aus. Sehr angetan ist Karla zwar von der Kulturszene der Stadt – doch bei der Lage des Handels erwarte er keine Verbesserung.

Eine gute Nachricht kommt dafür aus der oberen Feldschmiede: Dort öffnet am Dienstag in der Nummer 52 das Kaufhaus von „alt & wert“ seine Türen. Angeboten werden gebrauchte, aber gepflegte Stücke zu günstigen Preisen. Gestartet wird mit einer Textilabteilung, die Palette reicht laut „alt & wert“-Mitteilung „von der Kindersocke bis zum Abendkleid“. In den kommenden Monaten kämen Möbel und weiterer Hausrat hinzu.

Die Besonderheit: Alle Waren stammen aus Spenden. Das Kaufhaus ist ein Beschäftigungsprojekt des gemeinnützigen Trägers „Steinburg Sozial“ im Auftrag des Jobcenters. 15 Teilnehmer werden nach langer Arbeitslosigkeit wieder auf das Arbeitsleben vorbereitet, arbeiten unter Anleitung die Kleidungsstücke auf, zeichnen die Ware aus und beraten im Verkauf. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und sonnabends von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Sachspenden werden ebenfalls angenommen.

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Abholservice für Möbel: 04823/922810.


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erstellt am 31.Aug.2013 | 06:15 Uhr

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