Grosse Lücke im HC : Abschied nach 15 Jahren

Stammkunde: Swen-Dirk Andres hofft, dass es auch im neuen Holstein-Center einen Supermarkt geben wird.
Stammkunde: Swen-Dirk Andres hofft, dass es auch im neuen Holstein-Center einen Supermarkt geben wird.

In zwei Wochen schließt Marktkauf im Itzehoer Holstein-Center – zum Bedauern der Kunden.

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16. November 2017, 05:00 Uhr

„Konsequent preiswert“ steht auf den Griffen der Einkaufswagen. Doch sie wurden bei Marktkauf im Holstein-Center von immer weniger Kunden benutzt. Die Konsequenz war die Entscheidung bei der Edeka Handelsgesellschaft Nord: Das Geschäft schließt. Heute in zwei Wochen ist es so weit.

„Bitter“, sagt eine 59-jährige Kundin aus Heiligenstedten. „Ich bin gern hier gewesen, es gab alles.“ Und oft zu reduzierten Preisen, das sei für sie als Rentnerin auch nicht verkehrt. Die Schließung sei traurig, aber: „Es nützt ja nichts, es war ja schon länger im Gespräch.“

Das Mietverhältnis habe am 4. Dezember 2002 begonnen, sagt Max Jendrik Sachau, Sprecher der Edeka Handelsgesellschaft Nord in Neumünster. Das Holstein-Center habe es leider nicht geschafft, seine Bedeutung in Itzehoe zu behaupten. „Trotz enormer Anstrengungen hat sich die wirtschaftliche Situation verschlechtert, bis sie zum Schluss in einer absoluten Unwirtschaftlichkeit endete.“ Seit Jahren sei mit den früheren Eigentümern des Holstein-Centers verhandelt worden, „um Lösungen für die negativen wirtschaftlichen und strukturellen Probleme zu finden“, sagt Sachau. Ohne Erfolg, deshalb wurde der zum Jahresende auslaufende Mietvertrag nicht verlängert. Das Personal habe die Kündigung und eine Abfindung erhalten. Zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter macht er keine Angaben. Marktkauf-Kunden könnten auf die Häuser in Elmshorn und Heide ausweichen, sagt der Sprecher und hebt hervor: „Durch die Schließung stärken wir den selbstständigen Einzelhandel in und um Itzehoe.“

Im Markt herrscht Kehraus-Stimmung. Viele Flächen, Regale und Kühltruhen sind schon leer, auf Artikel wie Haushaltsgeräte oder Fahrräder gibt es hohe Rabatte, eine geöffnete Kasse reicht. „Schade“, sagt eine 73-jährige Edendorferin. Sie sei oft gekommen: „Ich habe gern hier eingekauft. Hier trifft man Bekannte und hat immer jemanden zum Schnacken.“ Nun müsse sie eben auf die Supermärkte in ihrem Stadtteil ausweichen.

Für Innenstadt-Bewohner bleibt als Alternative der Netto-Markt an der Brunnenstraße. „Als Nicht-Autofahrer haben wir hier weiter nichts in der Nähe“, sagt eine 72-Jährige. Marktkauf habe auch von der Laufkundschaft gelebt – und die sei im Holstein-Center immer weniger geworden. „Traurig“ findet auch Swen-Dirk Andres (52) die Entwicklung. Schon bei den Vorgängern von Marktkauf sei er Kunde gewesen, er hoffe, dass wieder ein Supermarkt ins HC komme. „Das würden auch die Bewohner der beiden Türme gut finden“, sagt Andres mit Blick auf die Hochhäuser. „Es gibt viele ältere Menschen hier.“

Was passieren wird, ist noch offen, die Planungen der neuen Eigentümer für ein runderneuertes HC sind erst angelaufen. Ein großer Umbau ist geplant, doch vorerst gibt es nur eine kleine Bewegung zu vermelden: Im ehemaligen B & H-Schuhgeschäft am La-Couronne-Platz öffnet von heute bis zum Jahresende ein Restpostenmarkt.

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