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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 21:15 Uhr

Abschied mit Wehmut

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Höhepunkt der Patenschaftsauflösung zwischen Stadt und Lazarettregiment war Gedenksteinenthüllung

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2014 | 15:18 Uhr

Ein bewegender Moment gestern Nachmittag auf dem Colosseumsplatz: Dort waren Soldatinnen und Soldaten der 1. Kompanie des Lazarettregiments 11 aus Seeth ein letztes Mal angetreten – im Beisein vieler geladener Gäste und Zuschauer. Feierlich wurde die Patenschaft zwischen der Kompanie und der Stadt aufgelöst. Höhepunkt war die Enthüllung eines Gedenksteins, der künftig am Alten Rathaus an das „gelebte Miteinander“ von Stadt und Kompanie erinnern wird.

Ein Miteinander, das Bürgermeister Walter Schulz und Kompanie-Chef Major Marcel Richter noch einmal würdigten. Nachdem der Bürgermeister die Gäste – unter ihnen viele ehemalige Kompanie-Chefs, die zum Teil eine weite Anreise zur gestrigen Feierlichkeit in Wilster auf sich nahmen – begrüßt hatte, wies er darauf hin, dass auch etliche private Bindungen entstanden seien. Freundschaften, die auch weiterhin bestimmt Bestand haben würden. „Wir leben die Patenschaft auf einer anderen Ebene weiter.“ Schulz wies auf die zahlreichen gemeinsamen Veranstaltungen in der Vergangenheit hin: von der gemeinsamen Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge über die Betreuung der Senioren aus dem Seniorenzentrum während des Jahrmarktes durch die Soldaten bis hin zur Teilnahme der Sanitäter an den Blutspendeaktionen des DRK in Wilster. Durch die Auflösung der Patenschaft würden Lücken entstehen, die zu schließen schwierig werde. Darum: „Mit Wehmut nehmen wir zur Kenntnis, dass das Regiment aufgelöst wird.“ Doch die Auflösung werde nicht das Vergessen bedeuten, denn im Neuen Rathaus werde ein Patenschaftszimmer eingerichtet, das an die ersten Kontakte 1959 und spätere Patenschaft (1972) zwischen dem Schützenverein und der damaligen 1. Batterie des Sanitätsbataillons 6 in Itzehoe sowie an die offizielle Patenschaft mit der Stadt erinnern wird. Dass diese Jahrzehntelange Gemeinsamkeit aufgegeben werden müsse, sei bedauerlich. Das fand auch Major Marcel Richter, denn die Soldaten hätten sich immer wohl gefühlt in Wilster.

„Wilster ist für uns zu einer Heimat geworden“, befand er. Die Verbundenheit und tiefe Freundschaft werde allein dadurch deutlich, dass selbst bei den durch den Strukturwandel in der Bundeswehr erfolgten Standortwechseln die Patenschaft in vollem Umfang bestehen blieb. „Wir werden die Stadt immer in positiver Erinnerung behalten“, fügte Major Richter hinzu. Und er versicherte, dass die noch bis zur endgültigen Auflösung des Regiments in Seeth im Sommer nächsten Jahres verbleibenden Soldaten bis zuletzt den Kontakt aufrecht halten werden.

Mit der anschließenden Übergabe von Dokumenten und Materialien für den künftigen Andenkenraum wurde die Patenschaft aufgelöst. Major Richters: „Wir melden uns ab.“ Dann griff er gemeinsam mit Bürgermeister Walter Schulz nach dem Tarnbehang und gemeinsam enthüllten sie den Gedenkstein in Erinnerung an die Patenschaft. Musikalisch umrahmt wurde die Zeremonie vom Nortorfer Fanfaren-Corps, das übrigens unentgeltlich auftrat, wie Major Richter dankbar mitteilte. Im Anschluss folgte noch ein gemütliches Beisammensein im Colosseum.


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