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Bürgerschule Glückstadt : Abschied mit Tränen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schulleiterin Heike Jönßon-Rieck wird zum Abschied von den Schulkindern mit Aktionen überrascht.

Als sich gestern Morgen „ihre“ Kinder von ihr verabschiedeten, da flossen auch bei der sonst so taffen Schulleiterin Heike Jönßon-Rieck die Freudentränen. Früh am Morgen wurde sie von Kollegen mit der Kutsche vor der Haustür abgeholt. „Ich wollte eigentlich schon längst in der Schule sein und habe mich sehr gewundert, was mein Mann heute Morgen alles zu erzählen hatte“, lachte sie. Auf dem Schulhof warteten alle 460 Kinder der Schule und standen mit Blumen Spalier für ihre Schulleiterin. Bis Heike Jönßon-Rieck diesen Parcours bewältigt hatte, dauerte es schon eine ganze Zeit. „Danach dachte ich, jetzt kommt aber nichts mehr“, sagte sie den Kindern später noch. Doch diese hatten in den vergangenen Wochen mit ihren Lehrern geübt für ein wahres Großereignis.

Das Bürofenster von Heike Jönßon-Rieck geht zum kleinen Schulhof hinaus. Dort sammelten sich um kurz nach 9 Uhr alle Schulkinder zum „Flashmob“. Sie tanzten und lachten, dass es eine Freude war. Zum Abschluss gab es ein Abschiedsständchen. „Unsere Schule hat keine Segel“ sangen Schüler und Lehrer gemeinsam und schwenkten dazu bunte Fähnchen, die die Kinder selbst gestaltet hatten. Und auch die durfte Heike Jönßon-Rieck mit nach Hause nehmen. Die Kinder spießten sie rund um ein Holzschiff, das den Namen Bürgerschule trug.

Einen Tag vorher war offizielle Verabschiedung. „Es kommt selten vor, dass eine Schulleiterin von einem Pensionär verabschiedet wird, aber diese Aufgabe wollte ich unbedingt selbst übernehmen“, erklärte der pensionierte Schulrat des Kreises Steinburg Arnold Rehder. Bereits zu Beginn des Jahres war Rehder in den Ruhestand eingetreten, hatte aber auch gleich kundgetan, dass er die Verabschiedung von Heike Jönßon-Rieck selbst übernehmen wolle.

Zum offiziellen Abschied hatte die scheidende Schulleiterin am vorletzten Unterrichtstag alle Kollegen, Mitarbeiter, Helfer und Wegbegleiter zu einem gemütlichen Nachmittag eingeladen. Viele Reden zeugten davon, wie beliebt Heike Jönßon-Rieck bei allen, die sie kennen, ist, wie gut sie für Schule, Lehrer, Schüler und auch Eltern und Mitarbeiter gesorgt hat, was für gute und nachhaltige Arbeit sie an der Schule geleistet hat, aber auch von ihrem nicht immer einfachen Weg zu der Person, als die sie die Schule geleitet hat.

Sie hat 2007 aus zwei Grundschulen eine machen müssen, aus zwei Kollegien eines und auch aus vielen einzelnen Schülern eine große Gemeinschaft.

Lob kam auch von Bürgermeisterin Manja Biel, die Heike Jönßon-Rieck zwar nur eine kurze Zeit erleben durfte, an diese Zeit aber nur positive Erinnerungen knüpft. „Als wir uns kennenlernten, meinten Sie, ich solle mich gar nicht erst an Sie gewöhnen, Sie würden sowieso bald gehen. Schön, dass es dann doch noch etwas länger gedauert hat, bis Sie in den Ruhestand eintreten“, freute sie sich über die stets gute Zusammenarbeit mit der Schulleiterin. „Sie hinterlassen eine tolle Schule, ein tolles Kollegium und Ihre Nachfolgerin wird es nicht einfach haben, aber sie wird auch auf eine tolle Basis treffen.“

Für die Schulleiterkollegen dankte die Schulleiterin der Elbschule, Claudia Siebert: „Du warst eine stets engagierte, nette und zuverlässige Kollegin. Die Lehrerkollegen hatten einiges vorbereitet. Erst gab es ein Gedicht. Dann ein Lied vom Kollegium, das von einer afrikanischen Schutzgöttin des Flusses handelte. „Mit diesem Lied wird der Augenblick gefeiert, in dem der Fluss sich mit dem Meer vereinigt“, erklärte Lehrerin Heinke Wichmann. Sie verglich das Lebens von Heike Jönßon-Rieck mit dem Weg eines Flusses. Von der Quelle, dem Leben und Aufwachsen, über den vielschichtigen Weg im Rahmen der Ausbildung, auch mal mit Stromschnellen und Steinen im Wasser, bis dahin, wo das Meer den Fluss aufnimmt. „An dieser Stelle bist du nun angekommen und alle deine Kollegen wünschen dir noch eine schöne Zeit im Ruhestand.“

Anschließend baten die Lehrer zum Vogelpicken auf den Schulhof. 18 Jahre hatte Heike Jönßon-Rieck das Vogelschießen organisiert. Jetzt durfte sie selbst mit dem Vogel auf die Scheibe zielen und zeigte dabei viel Geschick. Unter ihren „Gegnern“ waren Bürgermeisterin Manja Biel und Schulrat Arnold Rehder. Aber Heike Jönßon-Rieck gewann. Zur Belohnung wurde sie wie eine Königin gefeiert und erhielt noch eine „Stutendeern“. Während der gesamten offiziellen Abschiedsfeier wirkte Heike Jönßon-Rieck bewegt. Sie war gern Schulleiterin, hatte „ihre“ Schule, ihre Kollegen und „ihre“ Kinder fest ins Herz geschlossen, aber sie freut sich jetzt auch auf den Ruhestand.

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