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Steinburger Musikikone sagt Tschüss : Abschied – aber nicht vom Rock’n’Roll

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach 55 Jahren Rockmusik: Münsterdorfer Bassist Eddy Meier verabschiedet sich von der Bühne. Das Abschiedskonzert steigt am 28. Oktober.

55 Jahre lang stand Eddy Meier (69) auf norddeutschen Bühnen und spielte Bass in zahlreichen Gruppen – das soll jetzt ein Ende haben. Mit einem öffentlichen „Dave Harley & The T-Birds Remember“ in der Itzehoer „Lauschbar“ am Sonnabend, 28. Oktober, will der Münsterdorfer sein Dasein als praktizierender Rockmusiker beenden. Die Veranstaltung beginnt um 20.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Angeregt hatte den Konzertabend sein Freund Jürgen Gleba. Der Gitarrist der Gruppen „Rockbuster“, „Rhythm 56“ und „John Barron Orchestra“ aus Hamburg wollte verhindern, dass sich Eddy Meier „klanglos und mir nichts, dir nichts“ von den Freunden des Beat und Rock’n’Roll verabschiedet. Geplant ist, dass die „Rockbusters“ die Grundformation auf der „Lauschbar“-Bühne stellen und dass diejenigen, die von 2002 bis 2016 mit Eddy Meier die unterschiedlichsten Formationen von „Dave Harley & The T-Birds“ gebildet hatten, in Form einer Jam-Session dazu stoßen.

Das Programm, so teilt Eddy Meier mit, wird auf jeden Fall rockig sein. „Gespielt werden Stücke aus unserem alten Programm, das von Elvis Presley bis Chuck Berry reicht.“ Spielanteile für sich erhalten aber auch die „Rockbusters“. Sie haben unter anderem Songs von Led Zeppelin, Steppenwolf, Black Sabbath, Free und den Rolling Stones im Repertoire.

Mit Blick auf den langen Zeitraum „mit ein paar tausend Auftritten“, der nun hinter Eddy Meier liegt, sagt der Musiker: „Ich habe gern Musik gemacht. Sie war für mich ein toller Zeitvertreib. Ich habe viele Leute, Veranstalter und Gastwirte kennen gelernt, an die ich mich gern erinnere.“ Es falle ihm schwer, sich aus gesundheitlichen Gründen vom geliebten Metier zu verabschieden. Deshalb: „Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich das machen.“

Begonnen hatte er seine Karriere 1962. Damals rückten gerade die Beatles und die Rolling Stones in den Blickpunkt der musikbegeisterten Jugendlichen. Und zu denen gehörte auch der damals 14-jährige Eddy Meier. Von den Vätern der Beatmusik inspiriert, gründete er zusammen mit Peter Stadler (Solo-Gitarre), Achim Hartkopf (Solo-Gitarre und Gesang) und Hans-Jürgen Crauser (Schlagzeug) die Gruppe „The Scouts“. Die Band existierte bis 1968.

In diese Zeit fiel auch ein Konzert, das andere Gruppen sicherlich ebenfalls gern gegeben hätten: ein Auftritt der „Scouts“ im Hamburger „Star-Club“, dem Mekka der Beatmusik. Gruppen, die dort aufgetreten waren, hatten in Fan-Kreisen einen sehr hohen Stellenwert. Meier: „Die 60er Jahre waren für uns eine erfolgreiche Zeit. Wir konnten uns vor Auftritten kaum retten und mussten deshalb eine Warteliste einführen. Aber mit dem Rock’n’Roll hatten wir für uns auch eine Marktlücke entdeckt.“ Was damals besonders gern gespielt wurde, das waren die Hits der Rolling Stones. Grund: „Die Stones haben schwierige Titel vereinfacht, die wir wunderbar nachspielen konnten, auch wenn wir nur wenige Griffe beherrschten.“

Doch je weiter die Zeit voranschritt, umso perfekter beherrschten Eddy Meier und Co. ihre Instrumente. Auch deshalb konnte er sich schnell in Bands einfügen, die nach seiner „Scout“-Zeit kamen. Unter anderem waren das die Gruppen „Atlantis“ und „Styx & Pix“. Aus letzterer entwickelte sich 2002 „Dave Harley & The T-Birds“.

Auch wenn der Münsterdorfer, der mehrere Jahre lang Pressesprecher im Steinburger Oldie-Club war und Initiator für das Münsterdorfer Bootshaus-Benefiz ist, nun zurücktritt: Die Liebe zum Metier wird ihn nicht verlassen. Unter anderem werden dafür ein großes Musikarchiv mit rund 200  000 Titeln und unzählige Bilder, Zeitungsartikel und Dokumente sorgen, die er im Laufe seines Lebens gesammelt hat. Und dann sind da auch noch die Erinnerungen, die er hat an seine vielen Auftritte zwischen Fallingbostel und Flensburg, den Engagements bei der Kieler Woche, beim Rendsburger Herbst und beim Klosterfest in Cismar. Den verpflichtenden Satz „Rock’n Roll never dies“ hat er jedenfalls für sich tief verinnerlicht.

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