Radtouren : Absagen auch beim ADFC

Auch auf dem Radweg an der Bundesstraße geht es nicht: Hartwig Schüder vom ADFC an der Delftorbrücke.
Auch auf dem Radweg an der Bundesstraße geht es nicht: Hartwig Schüder vom ADFC an der Delftorbrücke.

Gebühren für angemeldete Fahrten nicht zu tragen: Itzehoer Fahrradclub kapituliert ebenfalls vor Gesetzesauslegung des Landes.

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26. Juli 2014, 07:00 Uhr

Andere haben es schon getan, nun sieht auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Itzehoe keine andere Lösung: Die kommenden Radtouren sind abgesagt worden. Das betrifft die für morgen geplante Extra-Fahrt sowie die Feierabend-Tour am 12. August. Hintergrund ist die Haltung des Landes, die Straßenverkehrsordnung so auszulegen, dass Radelgruppen, die sich ganz oder teilweise auf Landes- und Bundesstraßen bewegen, vor dem Start eine kostenpflichtige Genehmigung einholen müssen.

„Bisher haben wir versucht, im Sinne unserer Tourenteilnehmer die Touren stattfinden zu lassen“, sagt Ines Pretzlaff vom Itzehoer ADFC. Doch am vergangenen Dienstag hätten wider Erwarten 15 Radfahrer zur Feierabend-Tour bereit gestanden – genau die magische Grenze. Bei dem guten Wetter und der zunehmenden Beliebtheit des Radfahrens sei es sehr wahrscheinlich, dass bei den Fahrten ohne Anmeldung spontan mehr als 15 Teilnehmer kämen. „Damit wäre aber eine behördliche Genehmigung erforderlich“, 48 Euro würden fällig.

Bei acht Feierabend-, fünf Tages- und mindestens 20 Extra-Touren überschreite das die finanziellen Möglichkeiten des ADFC, so Ines Pretzlaff. Oder die Kosten müssten umgelegt werden: „Damit vergrault man ja alle Teilnehmer“, meint ihr Vereinskollege Hartwig Schüder. „Es ist völlig absurd, wenn man als Fahrradclub hoffen muss, dass nicht zu viele Teilnehmer kommen“, ärgert sich Ines Pretzlaff. Der Nationale Radverkehrsplan solle bewirken, dass mehr Menschen mit dem Rad fahren. „Aber in Schleswig-Holstein könne man den Eindruck gewinnen, dass das nicht mehr gewollt ist. Da sind schon 16 Radfahrer zu viele für die Verwaltung.“ Es tue dem Verein leid, die Teilnehmer enttäuschen zu müssen. „Aber unsere Tourenleiter sind nicht bereit, wegen einer uns unsinnig erscheinenden Auslegung eines Gesetzes Ordnungswidrigkeiten zu begehen.“

Zwar werde versucht, möglichst schnell die Bundes- und Landesstraßen zu verlassen, um abseits davon die Ruhe der Natur genießen zu können. Aber Richtung Süden zum Beispiel gebe es kaum einen anderen Weg aus Itzehoe heraus als über die Delftorbrücke und damit Bundesstraße. „Auch wenn wir fest vorhaben, auf dem Radweg zu fahren, brauchen wir eine Genehmigung“, sagt Schüder. All das, da ist er sich mit Ines Pretzlaff einig, ergebe keinen Sinn. Klarer Wunsch des ADFC: In Kiel möge man mit gesundem Menschenverstand einen Weg finden, dass Radtouren wieder legal werden.

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